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"Molekulares Gedächtnis" erklärt Muskelschwund

 

"Molekulares Gedächtnis" erklärt Muskelschwund

Nichtstun ist bei Älteren laut der Norwegischen Hochschule für Sportwissenschaften gefährlicher

Muskeln: Diese haben laut neuer Studie ein "Gedächntnis" (Illustration: u_40rcbxqe6b, pixabay.com)

Muskeln: Diese haben laut neuer Studie ein "Gedächntnis" (Illustration: u_40rcbxqe6b, pixabay.com)

Oslo (pte/26.02.2026/06:05)

Das "molekulare Gedächtnis" der Muskeln ist bei Atrophie aufgrund von Inaktivität infolge von Krankheiten, Verletzungen, Krankenhausaufenthalten oder Stürzen für die Genesung entscheidend. Das sagt Adam P. Sharples, ehemaliger Profi-Rugby-Spieler und nun Forscher an der Norwegischen Hochschule für Sportwissenschaften (https://www.nih.no/english/ ). Dieses Gedächtnis unterscheide sich grundlegend bei jüngeren und älteren Menschen, heißt es. Bei Letzteren dauere der Muskelaufbau hingegen länger.

Erinnerung an frühere Stärke

Muskeln "erinnern" sich daran, wozu sie in der Vergangenheit gebraucht wurden, auch nach längerer Inaktivität, jedenfalls bei Jüngeren. Dies führt dazu, dass sie nach einer Pause schnell wieder zu alter Stärke zurückfinden. Bei Älteren gewöhnt es sich gewissermaßen ans Nichtstun, und es braucht viel mehr Aufwand, einen einmal eingetretenen Muskelschwund rückgängig zu machen oder abzuschwächen.

Das Team hat festgestellt, dass jüngere Muskeln, die ein zweites Mal pausieren, dagegen beschützt sind, dass sich dieser Zustand in deren Gedächtnis einprägt. Das heißt, sie "vergessen" dieses Nichtstun sehr schnell, im Gegensatz zu älteren Muskeln, unterstreichen die Wissenschaftler in ihrer Untersuchung (https://doi.org/10.1002/advs.202522726).

Muskeln sammeln Erinnerungen

"Muskeln tragen eine Geschichte sowohl von Stärke als auch von Schwäche in sich, und diese molekularen Erinnerungen können sich im Laufe der Zeit ansammeln und beeinflussen, wie sie reagieren, wenn erneut Inaktivität auftritt. Das Verständnis, wie Muskeln diese vergangenen Erfahrungen von Gebrauch und Nichtgebrauch speichern, ist unerlässlich, um bessere Strategien für die Rehabilitation nach Krankheit, Verletzung oder altersbedingtem Verfall zu entwickeln", so Sharples (https://www.nih.no/english/about/employees/adams/).

Dieses Wissen helfe, nicht nur zu bestimmen, wann Menschen neu trainieren sollten, sondern auch, welche Art und Intensität von Training am effektivsten sei. "Unser Labor arbeitet derzeit mit der Novo Nordisk Foundation (https://novonordiskfonden.dk/en/ ) zusammen. Ziel ist es zu ermitteln, welche Trainingsmethoden die besten positiven Erinnerungssignale in den energieproduzierenden Mitochondrien der Muskeln hervorrufen, insbesondere in alternden Muskeln", schließt Sharples.

 

(Ende)

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