Schreiben-und-Leben
Die Arbeit am eigenen Schreiben gestaltet sich immer wieder als Abenteuer. Von der ersten Themenfindung bis zum fertigen Text ereignet sich eine Art Zwiegespräch mit sich selbst, das sich meist anders entwickelt als erwartet. Langweilig wird es dabei nie. Da ich die Arbeit mit anderen Menschen jedoch ebenso liebe wie die Arbeit allein, entwickelte ich das Bedürfnis, meine Erfahrungen im kreativen Schreiben mit anderen zu teilen. So kam ich auf die Idee von Schreiben und Leben – Dein Weg zum eigenen Buch.

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So wirst du zum Herausgeber – mit Malte Leyhausen (Podcast Episode 150)
Ein Buch herausgeben – ein spannendes Projekt. Aber auch ein aufwändiges! Wie spannend und wie aufwändig genau – das erfährst du von Malte Leyhausen in diesem Gespräch! Podcast abonnieren auf Spotify Podcast abonnieren auf iTunes Podcast abonnieren mit dem RSS-Feed Shownotes Malte Leyhausen Der Autor ist Systemischer Therapeut und Berater […]
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Schriftsteller werden – 18 wertvolle Impulse!
Willst du aus deiner Leidenschaft fürs Schreiben einen Beruf machen?
Da gibt es viele Möglichkeiten.
Du könntest
- Sachbücher schreiben
- journalistisch arbeiten
- vom Bloggen leben
- Ghostwriter für Ratgeber werden
- oder nach einer entsprechenden Ausbildung und Expertise Schreibcoaching anbieten.
Oder möchtest du lieber Schriftsteller werden?
Der Buchmarkt ist übersättigt. Die Veröffentlichungen schnellen – auch dank Selfpublishing – nach oben, während die Verkaufszahlen sinken.
Auf welchem Weg kann der Traum Schriftsteller zu werden dennoch gelingen?
Welche Fähigkeiten solltest du dafür mitbringen?
Wo liegen Fallstricke und wie überwindest du sie?
All das erfährst du in diesem Artikel!
Der Traum Schriftsteller zu werden
Fast täglich erreichen mich Emails von Menschen, die sich für Kreatives Schreiben interessieren. Einige von ihnen haben bereits erfolgreich eines oder mehrere Buch veröffentlicht. Anderen ist dies noch nicht gelungen - oder sie haben es noch gar nicht versucht.
Wo immer die Menschen auch stehen, die sich intensiv mit Kreativem Schreiben beschäftigen – viele eint der Traum, Schriftsteller zu werden!
Doch nicht wenige haben ganz falsche Annahmen davon, was das bedeutet.
Von welchen Fehlannahmen ist hier die Rede?
Schriftsteller werden – typische Fehlannahmen
Die folgenden 5 Fehlannahmen zusammen sind aus meiner Erfahrung eine todsichere Garantie dafür, deinen Traum von der Schriftstellerei für immer zu begraben:
1. Mit dem ersten Roman ist es geschafft.
2. Eine wirklich gute Idee kommt mir zugeflogen.
3. Um gelungene authentische Romane zu schreiben, schreibe ich am besten einfach drauflos.
4. Ist die Motivation groß genug, schreibe ich meinen Roman auf jeden Fall zu Ende.
5. Bewährte Plotmodelle sind die Garantie für eine fesselnde Story.
Woran solltest du stattdessen glauben?
Schriftsteller werden – typische Fehlannahmenvermeiden vermeiden
Statt der oben genannten Fehlannahmen bieten folgende Haltungen bedeutend mehr Aussicht auf Erfolg:
1. Der erste Roman kann ein toller Anfang sein, meist besteht bei den weiteren Werken jedoch noch viel Potential zur Entwicklung.2. Gute Romanideen kommen dir nur zugeflogen, wenn du zuvor das Richtige tust, damit dies passiert.
3. Planung und Drauflosschreiben sollten auf deine ganz eigene Weise Hand in Hand gehen.
4. Die Motivation reicht häufig nicht aus. Meist brauchst du die passende Haltung und funktionierende Strategien und Methoden, um genügend Zeit und Konzentration zu finden, dein Buchprojekt im Alltag durchzuziehen.
5. Für eine fesselnde Story brauchst du keine fixen Modelle, um einen Plot zu schreiben. Vielmehr solltest du verstehen, was hinter ihnen steckt. Wie ticken deine Figuren? Wonach streben sie? Welche Hintergründe verleihen deiner Handlung ihre Kraft und Bedeutung? Aus den Antworten auf diese Fragen ergibt sich der rote Faden für deine Story!
Neben all diesen wichtigen Aspekten gilt vor allem einer: Kläre dich selbst!
Wie, das erfährst du im Folgenden...
Ist Schriftsteller werden tatsächlich mein Traum?
Viele Menschen kommen irgendwann an einen Punkt, an dem sie ein Stück zurücktreten und auf ihr bisheriges Leben blicken. Vielleicht wollen sie etwas ändern, sich weiterentwickeln oder gar neu erfinden.
In einem solchen Moment hilft es zu fragen, was du immer schon gerne gemacht hast:
- Bei welchen Themen oder Tätigkeiten bist du voll dabei und empfindest Freude?
- Womit verbindest du einen Sinn?
- Was kannst du gut und tust es zudem gerne?
Unsere Kindheit und Jugend ist die reinste Schatzkiste, um Antworten auf solche Fragen zu finden. Hier treten unsere Interessen und Vorlieben häufig unverfälschter zu Tage als zu einem späteren Zeitpunkt.
Schriftsteller in Büchern und Filmen
In Büchern und Filmen wird häufig ein romantisches Bild von einem Leben als Schriftsteller vermittelt. Schriftsteller wirken manchmal wie fleischgewordene Schreibblockaden. Dann wieder gleicht das Bücherschreiben einem Geniestreich. Was lange verborgen vor sich hin darbte, bricht plötzlich glanzvoll hervor.
In guten Romanen übers Schreiben wird diese Vorstellung jedoch nicht einfach nur reproduziert. Sie wird aufgegriffen, reflektiert, hinterfragt und durch alternative Vorstellungen ergänzt.
Märchenhafte Vorstellungen allein helfen nämlich sicher nicht weiter!
Wie gelingt es dir stattdessen, eine realistische Idee davon zu erlangen, wie du Schriftsteller werden kannst?
Vom Traum zur Entscheidung
Möchtest du Schriftsteller werden? Dann bleib mit dieser Idee nicht im Vagen. Mach deine Vorstellungen davon, was das heißt, möglichst konkret.
Was würde es für deinen Alltag bedeuten, Schriftsteller zu sein?
Folgende Fragen können dir dabei helfen:
- Soll die zentrale Tätigkeit deines Schaffens tatsächlich im Schreiben liegen?
- Oder soll dies nur eine Tätigkeit neben anderen sein?
- Wie würde ein typischer Tagesablauf für dich aussehen?
- Um wie viel Uhr stehst du auf?
- Welchen Routinen gehst du nach?
- Wie gestaltest du eine typische Woche?
Wichtig: Die Rede ist hier nicht von den Sternstunden deiner Tätigkeit!
Es geht nicht um den Moment, in dem du einen Roman nach monatelanger Arbeit abschließt. Es geht nicht um die Feierlichkeiten rund um deine Buchpremiere. Es geht nicht um die Preisverleihung bei einem Literaturpreis.Es geht um den ganz normalen, vielleicht manchmal ganz schön schnöden, Alltag am Schreibtisch.
Bring das Schreiben jetzt schon so gut es geht in dein Leben. Beginn mit Freiem Schreiben und arbeite dich zu konkreten Projekten vor.
Eröffne dir Schreibräume!
Schreib möglichst jeden Tag!
Erst auf dieser Basis ist es sinnvoll, den Entschluss zu fassen: Ich möchte Schriftsteller werden!
Zum Romanautor ausbilden lassen – geht das überhaupt?
Mit dem immer noch weit verbreiteten Genie-Gedanken geht häufig die Vorstellung einher, Kreatives Schreiben sei ein Gottesgeschenk.
Hier soll keine religiöse Position bezogen werden. Doch Fakt ist: Falls das Schreiben ein Geschenk aus übersinnlichen Sphären ist, dann eines, für das man zuvor verdammt viel getan hat.
Dein schriftstellerisches Können fällt sicherlich nicht vom Himmel.
Im Gegenteil: Es gehört eine Menge dazu, um Inspiration zu finden und erfolgreich zu schreiben...
Was soll ich lernen?
Um Schriftsteller zu werden, benötigst du keine besondere Ausbildung. Prinzipiell kann jeder, der Schreiben kann, Schriftsteller werden.
Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass dies auch in der Praxis der Fall ist.
Nur, wenn du deine Themen und deine Form gefunden hast, wirst du wirklich Relevantes zu Papier bringen. Schließlich benötigst du dauerhaft Lust zu schreiben. Und nur, wenn du etwas zu sagen hast, das aus der Masse hervor sticht, hast du eine Chance gelesen zu werden.
Die wichtigste Antwort lautet: Lerne das, was dich interessiert!
Dies kann eine Ausbildung, ein Studium oder autodidaktische Weiterbildung bedeuten. Kümmere dich des Weiteren um deine Allgemeinbildung. So legst du eine wichtige Basis für dein Schreiben.
Kreatives Schreiben studieren
Erst in den letzten Jahrzehnten ist es in Deutschland verbreitet geworden, Kreatives Schreiben studieren zu können. Zuvor war dies eher im angloamerikanischen Bereich typisch. In Deutschland hingegen verlief eine relativ strikte Trennlinie zwischen einer akademischen Ausbildung und dem Kreativen Schreiben.
Welches sind die prominentesten Möglichkeiten?
Das Deutsche Literaturinstitut Leipzig bietet eine Ausbildung für angehende Schriftsteller an. In einem Bachelorstudiengang werden in einem breiten Angebot unterschiedliche Schreibformen vermittelt, während im Masterstudiengang vor allem an konkreten Projekten gearbeitet wird.
An der Universtität Hildesheim lässt sich im Bachelorstudiengang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismusstudieren. Daran schließt der Masterstudiengang Literarisches Schreiben an.
Der berufsbegleitende Master-Studiengang Biografisches und Kreatives Schreiben an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin zielt nicht primär auf Autoren ab. Vielmehr geht es hier um die Anwendung Kreativen Schreibens in sozialen Berufen.
In diesem Zusammenhang sind d.W. der Studiengang Kreatives Schreiben & Texten an der SRH Berlin University of Applied Sciences zu nennen sowie Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ersterer ist auch für angehende Werbetexter interessant und letzterer vor allem für Autoren, die für die Bühne schreiben wollen.
Schreibausbildungen privater Anbieter
Die Angebote von Schreibtrainern und Schreibakademien sind in den letzten Jahren nur so aus dem Boden gesprossen. Es ist unmöglich, hier den Überblick zu bewahren.
An wen sollst du dich bei dem massenhaften Angebot am Ende wenden?
Besonders wichtig ist: Du solltest Vertrauen in das Angebot haben.
Dieses erwirbst du am besten, indem du ein persönliches Gespräch mit deinem zukünftigen Coach führst. Nur, wenn du ihm und seiner Expertise vertraust, ist eine fruchtbare Zusammenarbeit möglich!
Neben dem traditionellen Platzhirsch Die Schule des Schreibens haben sich Kolleginnen wie Die Romanschule oder die Romanschmiede in diesem Bereich einen Namen gemacht.
Was macht vor dem Hintergrund dieses vielfältigen Angebots das Autoren- und Schreibcoaching von mir selbst, also von Schreiben und Leben besonders?
Als Schreibtrainer und Autorencoach nehme ich die Persönlichkeit der Autorin oder des Autors ganzheitlich in den Blick. Es geht dabei nicht nur um das jeweilige konkrete Romanprojekt, sondern immer auch um die persönlichen Entwicklungsperspektiven beim Schreiben. So begleite ich dein Kreatives Schreiben und deinen Wunsch, Schriftsteller zu werden, fachlich fundiert, angepasst an deine Bedürfnisse und auf Augenhöhe.
Autodidaktisch Schriftsteller werden
Letztlich – so meine These – kann man sich nur selbst zum Romanautor ausbilden. Autodidaktik ist das entscheidendste Element. Auch und gerade, wenn man sich Unterstützung durch Schreibcoaching, ein Studium oder regelmäßige Schreibseminare holt.
Was ich damit meine?Kreatives Schreiben hat immer mit dir selbst zu tun. Es kommt auf deine eigenen Lebenserfahrungen und auf deine ganz persönliche Art des Kreativseins an. Eine Studium, ein Coaching oder eine Schreibschule kann immer nur als Prozessbegleiter fungieren. Die eigentliche Arbeit musst du selbst leisten!
Was bedeutet das konkret?
Deine Schreibpraxis sollte einen zentralen Teil deines Alltags bilden. Beginne mit dem Freien Schreiben und widme dich nach und nach konkreten Projekten.
Lies Schreibratgeber, die dich in deinem Schreibprozess unterstützen. Aber bitte nicht wahllos irgendwelche! Welche davon tatsächlich hilfreich sind, erfährst du in meiner Übersicht der 25 besten Schreibratgeber...
Besuch Schreibseminare und triff Gleichgesinnte. Lerne so andere Projekte kennen, finde Inspiration, erhalte Feedback und gelange so nach und nach zu besseren Texten.
Vernetze dich vor allem mit anderen Autorinnen und Autoren!
Eint euch der Traum Schriftsteller zu werden?
Unterstützt euch beim Umgang mit typischen Herausforderungen und profitiert untereinander von euren Erfahrungen!
Das Schreiben leben
Bücherschreiben ist keine Tätigkeit, sondern eine Daseinsform.
Wenn du das Schreiben wirklich zu deinem Beruf machen willst, sollte es in deinem Leben schon zuvor im Mittelpunkt stehen. Nur so kannst du ahnen, worauf du dich mit dieser Entscheidung einlässt.
Das Schreiben ist damit mehr als eine Beschäftigung. Du machst es zu einem zentralen Kern deines Daseins.
Doch wie gelingt das am besten?
Inspiration im Alltag
Bücherschreiben ist keine Tätigkeit, sondern eine Daseinsform.
Inspiration findet sich überall. Gute Ideen liegen nicht nur sprichwörtlich auf der Straße.
Es gibt eine Menge davon an jeder Ecke!
Doch wie genau findest du Inspiration?
- Inspiration findet sich potentiell in allem, was du liest. Egal ob in Büchern, Zeitschriften, Tageszeitungen, Annoncen, Werbeplakaten, Flyern, Kurznachrichten oder wo auch immer schriftliche Äußerungen erfolgen.
- Inspiration findet sich durch die Menschen, denen du begegnest.
- Inspiration findet sich durch die Gefühle und Gedanken, mit denen du auf die Herausforderungen des Lebens reagierst.
Dies sollen nur drei Beispiele sein, welche Lebensbereiche dir dabei helfen können Inspiration zu finden.
Was genau du tust ist jedoch gar nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist eine achtsame Lebenshaltung, bei der du wahrnimmst, was um dich herum und in dir selbst so geschieht!
Methoden des achtsamen Schreibens helfen dir dabei, diese Haltung zu trainieren.
Zeitmanagement
Bücher schreiben – eine überaus zeitaufwendige Tätigkeit. Zumindest, wenn du mit Herzblut dabei bist. Wenn du Schriftsteller werden möchtest, solltest du ja nicht irgendwelche Bücher schreiben, sondern solche, die eine Daseinsberechtigung haben.
Andererseits bedeutet Schreiben als Beruf, dass du damit Geld verdienen möchtest. Der Büchermarkt ist angespannt. Das heißt: Es gibt einige wenige Spitzenverdiener, ein relativ schmales Mittelfeld und eine riesige Masse an Autoren, die mit dem Kreativen Schreiben überhaupt nichts verdienen.
Beim Thema Zeit geht es also immer darum, das Gleichgewicht zwischen Pragmatismus und Authentizität zu wahren. Einerseits möchtest du genau das Buch schreiben, das du schreiben möchtest. Andererseits musst du auch von irgendwas leben.
Der wohl größte Störfaktor für deine Schreibzeit ist Ablenkung. Wir leben in einer Zeit voller Anreize für Verzettelung.
Doch auf Knopfdruck kreativ sein – geht das überhaupt?
Ja, das geht!
Allerdings kann es sein, dass du dir hierfür einige bewährte Methoden der Persönlichkeitsentwicklung aneignen muss. Der wichtigste Grundsatz sollte sein, vom Zeit- zum Selbstmanagement zu kommen …
Schreiborte
Nicht nur das Bewusstsein für deine Schreibzeiten ist wichtig. Auch auf den Schreibort kommt es an!
Richte dir deinen persönlichen Arbeitsplatz so ein, dass du dich wohlfühlst.
Achte darauf, was für ein Persönlichkeitstyp du bist. Brauchst du absolute Ruhe? Oder helfen dir einige Geräusche im Hintergrund sogar dabei, dich zu konzentrieren? Schreibst du gerne immer am selben Ort? Oder brauchst du Abwechslung?
Ich habe dir 20 besondere Schreiborte zusammengestellt, um Verschiedenes auszuprobieren und auf die für dich beste Lösung zu kommen.
Schriftsteller werden – die Psychohyghiene entscheidet
Ich bin noch keinem Autor und keiner Autorin begegnet, die oder der frei von Selbstzweifeln war. Negatives oder ausbleibendes Feedback, schlechte Verkaufszahlen oder Unverständnis von Freunden oder Familie – es gibt viele mögliche Auslöser.
So wie wir uns durch regelmäßige Körperpflege vor Krankheiten, Pilzbefall, Schmutz und Gestank schützen, so sollten wir auch auf unsere mentale Gesundheit achten.
Das Stichwort lautet: Resilienz für Autoren.
Es geht also darum, die seelischen Abwehrmechanismen zu stärken und so mehr psychische Stabilität zu erlangen. Dies hilft uns dabei, die Aufs und Abs des Schreibprozesses anzunehmen und kontinuierlich und frohgemut an unserem Ziel dranzubleiben, Schriftsteller zu werden.
Doch welche konkreten Methoden unterstützen dich dabei?
Vergleichen - aber richtig!
Vergleichen ist beim Kreativen Schreiben Segen und Fluch. Die Besonderheiten und Parallelen unterschiedlicher Texte - auch die Qualitätsunterschiede - zu erkennen ist eine wichtige und hilfreiche Kompetenz. Wendest du sie jedoch zum falschen Zeitpunkt und auf die falsche Weise an, kann sie dein kreatives Schaffen empfindlich stören oder gar komplett zum Erliegen bringen!
Vielleicht kennst auch du diesen Moment: Es läuft gerade nicht so mit deinem Romanprojekt und du gönnst dir eine Pause, greifst nach einem Buch deines Lieblingsautors und lässt dich damit aufs Sofa fallen. Du liest ein paar Sätze und schon bist du wie üblich von dem Erzählstil gefesselt.
Auf einmal denkst du daran, wie du eben noch frustriert am Schreibtisch gesessen hast. Du vergleichst deine stümperischen Sätze mit den lebendigen Ausführungen, die du in der Hand hältst. Du fühlst dich mickrig klein und vollkommen unfähig.
Wo liegt der Fehler?
Zum einen vergleichst du ein fertig lektoriertest und erfolgreich veröffentlichtes Buch mit deinem Erstentwurf.
Zum anderen fehlt dir jegliche Objektivität, um die Texte seriös beurteilen zu können. Diese Art des Vergleichens dient letztlich keinem anderen Zweck, als dass du dich schlecht fühlst.
Bist du jedoch gerade nicht mitten im Schreibprozess, so kann die Orientierung an guten Texten sehr hilfreich sein. Diese Form des impliziten Vergleichens ist dann so etwas wie ein Leitstern und eine Inspirationsquelle. Und sie hilft dir dabei, dein Schaffen in einen größeren Kontext zu rücken und richtig einschätzen zu können.
Die Phasentrennung entscheidet
Zeig lieber Mut zur Un-Perfektion!
Immer wieder kommt mir folgende Vorgehensweise zu Ohren:
Ein Autor schreibt ein paar Sätze, dann überarbeitet er sie. Er ist immer noch unzufrieden. Also schreibt alles um. Nun erkennt er seine Grundidee nicht mehr. Also schreibt er alles neu. Überarbeitet. Löscht. Schreibt neu. Und kommt kein Stück voran...
Mach es nicht wie der Möchtegern-Autor in Camus' Pest, der ein Leben lang über den ersten Satz seines Romans nicht hinauskommt.
Zeig lieber Mut zur Un-Perfektion!
Was ist besser: einen Erstentwurf hinrotzen, der Ecken und Kanten, Fehler und Ungereimtheiten in sich trägt, oder es niemals schaffen, ein Buch zu vollenden?
Eine klare Trennung zwischen Planungs-, Schreib- und Überarbeitungsphase ist die beste Versicherung gegen übermäßige Selbstzweifel und Schreibblockaden.
Bist du erst einmal im Schreibfluss, so lass ihn fließen. Einen Text überarbeiten bedeutet immer, besonders kritisch darauf zu schauen. Dies ist zu einem späteren Zeitpunkt unbedingt notwendig, doch während des eigentlichen Schreibens bringt es dein gesamtes Projekt in Gefahr.
Umgang mit Kritik
Wenn du nicht bloß für dich allein schreibst, sondern anderen Menschen deine Texte zeigst, wirst du zwangsläufig mit Kritik konfrontiert. Spätesten, wenn du dein erstes Buch veröffentlichst, führt kein Weg daran vorbei.
Nicht jeder wird lieben, was du tust. Und ein negativer Kommentar wirkt meist viel stärker nach als ein positiver. Manchmal droht sogar eine Schreibblockade.
Was also solltest du tun, um dich davon nicht runter ziehen zu lassen?
Du hast die Macht zu entscheiden, welche Kritik du an dich heranlässt und welche nicht. Und du allein bestimmst, was du aus ihr machst.
Bist du an der Kritik jedes Lesers interessiert? Einerseits ist es von Vorteil, wenn du weißt, wie deine Texte im Einzelnen ankommen. Andererseits bringt es dir nichts, wenn dich Kritik so runter zieht, dass du überhaupt nicht mehr schreibst.
Entscheide für dich, von wem du kritische Anmerkungen hören möchtest und von wem nicht. So könntest du nur ausgewählten Lesern oder Freunden, auf deren Urteil du vertraust, die Gelegenheit dazu geben. Alle anderen Äußerungen wie z.B. Rezensionen oder ungefragte Kommentare ignorierst du.
Zu welcher Zeit kannst du konstruktiv mit Kritik umgehen? Vermeide es, zu jeder Uhrzeit neue Artikel, Kommentare oder Leserpost zu deinen Büchern zu lesen. Reserviere konkrete Zeitfenster, in denen du dich damit auseinandersetzt. Sonst besteht die Gefahr, dass du andere Arbeitsphasen dadurch behinderst.
Hol dir nur dann Rückmeldungen zu einem aktuellen Projekt ein, wenn du die Kritik ertragen kannst. Warte im Zweifelsfall lieber etwas, bis dem zarten Pflänzchen, das eine neue Idee zuerst ist, ein etwas dickerer Stamm gewachsen ist. Achte hier besonders darauf, dir ein Feedback von kompetenten Lesern deines Vertrauens einzuholen und nicht von irgendwem.
Und was, wenn dich die Kritik trotz aller Vorsichtsmaßnahmen umhaut?
Wenn du an dir und deinem Schreiben zweifelst?
Wenn du das Gefühl hast, gar nichts zu können, und darüber nachdenkst, das Schreiben bleiben zu lassen?
Dann gilt es im ersten Schritt Abstand zu gewinnen!
Triff dich mit einem Freund, treibe Sport, putz das Haus. Tu, was auch immer dir dabei hilft, dich aus deinen trübsinnigen Gedanken zu befreien.
Sobald es dir besser geht, kannst du für dich entscheiden, ob an der Kritik etwas dran ist, was dir beim Schreiben weiterhilft. Wenn ja, versuche es umzusetzen. Wenn nicht, lass es los.
Glaubenssätze für sich nutzen
Stößt du beim Schreiben immer wieder auf innere Hürden, die deinen Prozess behindern? Dann lohnt es sich, nach inneren Glaubenssätzen zu forschen, die deinen Problemen zu Grunde liegen.
Horche in dich hinein, wenn es dir schlecht geht.
Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf?
Welche Sätze bringen deine Selbstzweifel, Schreibblockaden und Unsicherheiten am besten auf den Punkt?
Manchmal sind es Selbstüberzeugungen aus der Kindheit oder Jugend, die uns am Wachstum hindern. Manchmal denken wir etwas von uns, das so gar nicht (mehr) stimmt. Hast du die Glaubenssätze, die dein Fortkommen behindern, erst einmal identifiziert, so kannst du mit ihnen arbeiten.
Welche deiner Erfahrungen sprechen dagegen, dass sie wahr sind?
Wie sind sie entstanden?
Welches positive Gegenstück lässt sich ihnen gegenüberstellen?
Die wirkungsvollste Möglichkeit, sich nicht von negativen Glaubenssätzen bestimmen zu lassen, besteht darin, auf Abstand zu ihnen zu gehen. Eine meditative, achtsame Grundhaltung hilft dir dabei, nicht mit deinen Selbstüberzeugungen zu verschmelzen. Allerdings ist dies leichter gesagt als getan. Eine möglichst tägliche Praxis autogenen Trainings oder regelmäßiges Meditieren können dir dabei helfen.
Als Schriftsteller sichtbar werden
Wann bist du eigentlich wirklich Schriftsteller?
Die Antworten können ganz unterschiedlich lauten:
- Dann, wenn du dich dazu entscheidest.
- Dann, wenn du dein erstes Buch veröffentlicht hast.
- Dann, wenn du vom Schreiben leben kannst.
Beim eigenen Selbstverständnis spielt Sichtbarkeit häufig eine Rolle. Für die berufliche und persönliche Identität kann es zentral sein, auch als Schriftsteller wahrgenommen zu werden.
Wie kannst du von Anfang an darauf achten, etwas für deine Sichtbarkeit zu tun?
Für viele Autoren wird dies erst nach der ersten Veröffentlichung zu einem zentralen Thema. Nämlich dann, wenn sie mit den Verkaufszahlen unzufrieden sind.
Da ist es jedoch häufig zu spät …
Wie geht es besser?
Marketing von Anfang an
Gelungenes Marketing für Autoren beginnt lange vor der ersten Veröffentlichung. Schließlich spielt es eine riesige Rolle, wie du dich positionierst.
Am Anfang sollte immer die Selbstklärung stehen. Was möchtest du schreiben und weshalb? Und wer soll deine Zielgruppe sein?
Aus deinem Selbstverständnis als Autor folgt so vieles:
- deine Selbstdarstellung als Autor
- dein Onlineauftritt
- wichtige Entscheidungen, wie die für dein nächstes Buchprojekt.
Es gibt viele Möglichkeiten, als Autor sichtbar zu werden. Von der Lesung in der lokalen Buchhandlung, über den erfolgreichen Instagram-Account bis zum Blog, der täglich hunderte Leser anzieht.
Doch welche Strategie ist die richtige für dich?
Kläre für dich, womit du dich wohlfühlst und worauf du Lust hast. Nur dann kannst du damit langfristig erfolgreich sein.
Am wichtigsten dabei ist: Verbinde dein Ziel Schriftsteller zu werden mit deinem Marketing als Autor!
Allzu schnell fressen deine Marketingaktivitäten deine Zeit auf. Die beiden Bereiche sollten sich jedoch vielmehr ergänzen und befruchten und nicht blockieren!
Deine erste Veröffentlichung
Du hast deinen ersten Roman fertig geschrieben und überarbeitet.
Herzlichen Glückwunsch!
Nun bist du bereit ihn zu veröffentlichen und damit als Schriftsteller wirklich sichtbar zu werden.
Spätestens jetzt gilt es, zwei wichtige Fragen zu klären:
- Verlag oder Selfpublishing? Setzt du auf die Veröffentlichung in einem Verlag, so kannst du auf größere Sichtbarkeit hoffen. Des Weiteren erhältst du hier professionelle Unterstützung. Andererseits bietet dir Selfpublishing größere Freiheiten und höhere Margen. Des Weiteren sind die Marketingaktivitäten der Verlage in den letzten Jahren (abgesehen von Spitzentiteln) kontinuierlich zurückgegangen.
- Agentur oder Verlag? Hoffst du auf eine Verlagsveröffentlichung, so solltest du dir genau überlegen, wem du dein Manuskript anbieten möchtest. In vielen Fällen empfiehlt sich der Weg über Agenturen, da die Verlage ungemein viele Anfragen bekommen. Doch auch hier ist es wichtig, dich nicht wahllos zu bewerben. Überprüfe im Vorfeld genau, welche Literaturagentur zu dir und deinem Buchprojekt passt.
Solltest du dich fürs Selfpublishing entscheiden, so ist Professionalität das A und O. Eine Veröffentlichung, die qualitativ weit hinter einer Verlagsveröffentlichung zurückbleibt, ist Gift für deine Reputation. Die beste Marketingstrategie ist und bleibt schließlich immer noch, gute Bücher zu schreiben.
Setzt du darauf, dass ein Verlag dein Werk veröffentlicht? Dann achte auf ein überzeugendes Romanexposé.
Wichtig: Sende keine Schnellschüsse ein!
Lass deine Leseprobe von Probelesern lesen und überarbeite diese auf der Basis der Rückmeldungen. Such dir für die Überarbeitung deines Exposés nach Möglichkeit einen erfahrenen Schreibcoach als Unterstützung. So verbesserst du deine Chancen ungemein!
Schrifsteller werden – Schrifsteller sein
Ab wann ist man nicht mehr dabei, Schriftsteller zu werden?
Ab wann ist man tatsächlich einer?
Musst du einfach bloß täglich schreiben?
Oder solltest du mindestens ein Buch veröffentlicht haben?
Oder bereits mehrere?
Und bist du irgendwann kein Schriftsteller mehr, solltest du einmal eine längere Schreibpause einlegen?
Im Grund genommen wird das Schreiben nie etwas Statisches sein. Einen Roman schreiben ist etwas anderes als ein Diplom zu erlangen.
Wichtig ist, dass du als Autor im Schreibfluss bleibst. In diesem Sinn bedeutet auch Schriftsteller sein immerzu Schriftsteller werden …
Wie sind deine Erfahrungen?
Teile sie in den Kommentaren!
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Buchgenres – welches passt zu dir? (Podcast Episode 147)
Es ist die faulste Antwort, die Autoren geben können.
Frage ich sie, zu welchem Buchgenre sie ihr Werk zählen, sagen sie manchmal: "Es hat von allem etwas."
Oder anders gesagt: Sie haben sich dazu noch zu wenig Gedanken gemacht.
Du brauchst Klarheit, ob sich dein Werk einem Buchgenre zuordnen lässt. Und wenn deine Antwort "Ja" lautet, solltest du wissen zu welchem.
Diese Klarheit erlaubt es dir nämlich
- die Genreregeln für dich zu nutzen
- einen Kompass beim Schreiben zu haben
- bewusst von Konventionen abzuweichen, wenn du es möchtest.
Hör dir die folgende Podcastfolge an und finde für dich heraus, wie du zum Thema Buchgenre stehst!
Bonus: Du erfährst darin auch, welche Buchgenres gerade besonders angesagt sind und welche entsprechend besonders gute Chancen auf Erfolg bieten.
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Shownotes zu Buchgenres - welches passt zu dir?
Wer wird das lesen?
Persius Flaccus
Es gibt viele Bücher, bei denen man sich fragt: Sind die überhaupt für irgendwen interessant?
Ich finde es ganz schön beruhigend, dass dies ein antikes Zitat ist und dass es damals schon diese Frage gab.
Heute stellen sich viele diese Frage und merken, dass ganz viele Menschen schreiben und irgendwie gar nicht so viel gelesen wie geschrieben wird. Das zumindest der Eindruck von vielen.
Irgendwie beruhigend, dass schon in der Antike ähnliche Fragen gestellt wurden...
Das hat ganz viel mit dem heutigen Thema zu tun: Welches Buchgenre passt zu dir?
Und brauchst du überhaupt ein klares Genre, in dem du schreibst?
Im Schreibcoachingstellen mir Autoren diese Frage immer wieder. Die folgenden Ausführungen sollen dir dabei helfen, deine ganz eigene Antwort zu finden!
Für wen schreibst du?
Schreibst du nur für dich oder auch für andere?
Um diese Frage zu beantworten, helfen weitere Fragen weiter:
- Wer soll mein Buch später lesen?
- Gibt es eine konkrete Leserschaft, die ich im Auge habe?
- Oder schreibe ich vollkommen unabhängig davon, ob es nachher jemanden interessiert, was ich schreibe?
Diese Entscheidung hat extrem viel mit dem Thema Buchgenre zu tun. Schließlich gehört zu einem bestimmten Buchgenre eine bestimmte Leserschaft.
Bestimmte Leser haben ganz bestimmte Erwartungen an bestimmte Bücher. Du musst für dich entscheiden, ob du bestimmte Erwartungen erfüllen möchtest.
Des Weiteren ist die Frage nach dem Buchgenre ganz stark eine Marketingfrage.
Wie anspruchsvoll möchtest du schreiben?
Im häufig als E-Literatur bezeichneten Bereich mit künstlerischem Anspruch ist die Frage nach dem Buchgenre wenig präsent. Der klassische Unterhaltungsroman hingegen funktioniert meist nach festen Genreregeln.
Dies bedeutet nicht, dass du wie beim Groschen- oder Heftroman verfährst. Du solltest natürlich mit den Regeln des Genres spielen solltest und diese deine ganz eigene Art und Weise umsetzen.
Nichtsdestotrotz solltest du dich in einem bestimmten Rahmen bewegen. Wenn du zum Beispiel einen klassischen Detektivkrimi schreibst, sollte sich das im Titel auf dem Cover und in der Story ganz allgemein wiederfinden.
Sonst führt das dazu, dass die Leser ganz bestimmte Erwartungen an deinen Text haben an dem Buch haben und bitter enttäuscht sein werden. Da hast dann weder du noch die Leserschaft etwas davon.
Die Entscheidung, wie hochliterarisch du schreiben möchtest, ist also in gewissem Maße auch die Entscheidung, wie fest du dich an bestimmte Genreregeln hältst.
Auch in der E-Literatur kannst du bestimmte Genreregeln nutzen. Es ist jedoch wichtig, hier besonders spielerisch und virtuos damit umzugehen.
Wo ordnest du dich ein?
Ich werde immer wieder gefragt, um welches Buchgenre es sich bei einem Projekt handelt oder welches du am besten bedienen solltest.
Die Antwort hängt immer davon ab, wo du dich siehst, was dein bestimmtes konkretes Projekt mit sich bringt und wo du dich in gewisser Zeit sehen willst, d. h. wo deine Entwicklung als Autorin oder Autor hingehen soll.
Welche Buchgenres gibt es eigentlich?
Wichtig ist erst einmal die Unterscheidung zwischen Genre und Subgenre. Stell dir mal eine große Buchhandlung mit verschiedenen Regalen vor, dies wären die Genres. Innerhalb eines Regals gibt es nun bestimmte Untertypen, die nach bestimmten eigenen Regeln funktionieren.
Spannungsliteratur
Seit vielen Jahren sind Kriminalromane ein unheimlich erfolgreiches Genre. Doch auch deutsche Thriller und Psychothriller haben gerade in den letzten Jahren einen rasanten Aufstieg erlebt.
Zu Subgenres der Spannungsliteratur siehe weiter unten...
Romane rund um die Liebe
Romane rund um das Thema Liebe finden sich ebenfalls mit großer Regelmäßigkeit auf den Bestsellerlisten. Hier gibt es den klassischen Liebesromane sowie zahlreiche Subgenres, die über die Zeitachse gesehen unterschiedlichen Moden gehorchen. Young Adult und New Adult sind in den letzten Jahren besonders erfolgreich geworden, hier hat sich eine riesige Online-Community in sozialen Netzwerken herausgebildet.
Historische Romane
Am Beispiel dieses Genres lassen sich wunderbar unterschiedliche Moden und Tendenzen beobachten. In den letzten Jahren waren Romane, die unterschiedliche Epochen des 20. Jahrhunderts als Setting haben, ungemein erfolgreich.
Vor etwa 20-30 Jahren gab es hingegen eine riesige Mittelalterwelle.
Häufig werden historische Stoffe mit weiteren Genres kombiniert. Hier sind der historische Familienroman, der historische Gesellschaftsroman und der historische Krimi besonders prominent.
Fantasyromane und Science-Fiction
Auch Fantasyromane und Science-Fiction finden sich ab und an auf den Bestsellerlisten. Doch es gibt eine große Leserschaft, die sich auch relativ unabhängig davon organisiert.
Buchgenres, die im Bereich der E-Literatur besonders präsent sind
Einige Buchgenres finden sich besonders häufig im Bereich der E-Literatur. Hier sind besonders der Familienroman, der Gesellschaftsroman sowie der Entwicklungsroman zu nennen. Kriminalromane hingegen verfügen häufig über einen strukturell genormeteren Aufbau.
Weitere Buchgenres wie Horror, Reiseroman, Abenteuerroman und Komödie
Einige der genannten Buchgenres sind eher aus der Mode gekommen, andere feiern hin und wieder ein Revival. Die Komödie lässt sich mit allen anderen genannten Buchgenres kombinieren.
Subgenres am Beispiel der Spannungsliteratur
Was genau ist mit Subgenres gemeint?
Ich möchte dies am Beispiel des Kriminalromans deutlich machen:
- Regionalkrimis sind in einer bestimmten Region verortet, was bei den Lesern dazu führt, dass sie bestimmte Sehnsuchts-Gegenden wiedererkennen und sich z.B. in Gedanken dorthin versetzen.
- Der Bereich des Cozy-Crime ist nicht getrennt vom Regionalkrimi zu sehen. Häufig gehen beide Subgenres Hand in Hand. Typisch für den Cozy-Crime ist eine etwas schrullige Ermittlerfigur. Es geht nicht allein um den Kriminalfall. Das Drumherum ist hier mindestens genau so wichtig.
- Bem Hardboiled-Krimi hingegen findet sich meist düsterer Stoff und ein Blick in menschliche Abgründe.
- Gerichtskrimis spielen, wie der Name schon sagt, zu beträchtlichen Teilen vor Gericht.
- Psychologische Krimis, häufig aus Skandinavien, stellen die Ermittlerfigur und deren Entwicklung, ihre ganz persönliche Geschichte und ihre Beziehungen ins Zentrum.
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Welche Buchgenres sind gerade angesagt?
Ein Blick auf die aktuelle Bestsellerliste soll dabei helfen, besonders erfolgreiche Buchgenres herauszustellen.
Doch Vorsicht:Schreib nicht einfach stumpf das, was besonders erfolgreich ist. Das ist sicherlich keine sinnvolle Strategie.
Wenn du jedoch zu unterschiedlichen Buchgenres tendierst, dann kann ein Blick auf aktuelle Tendenzen durchaus dabei helfen, eine Entscheidung zu treffen.
Nun ein Blick auf die Jahresbestseller 2024, um dir Orientierung bei möglichen Buchgenres zu bieten:
- Spannungsliteratur ist wie so häufig besonders prominent vertreten. Sebastian Fitzek findet sich gleich zweimal auf der Bestsellerliste. Überrascht hat der Komödienschreiber Marc-Uwe Kling als Thrillerautor mit Views. Auch Charlotte Link hat es wieder einmal mit einem Thriller auf die vorderen Plätze geschafft sowie Jussi Adler-Olsen mit einem klassischen skandinavischen Krimi. Doch auch Cozy-Crime von Karsten Dusse sowie von Klöpfl & Kobl war - wieder einmal - ein Verkaufsschlager. Insgesamt bilden Krimis und Thriller einen bemerkenswert großen Anteil der Jahresbestseller.
- Der historische Roman findet sich v.a. in Form von Stoffen, die im 20. Jahrhundert spielen. Zu nennen sind insbsondere der historische Krimi Rath von Volker Kutscher - der letzte in seiner Erfolgsreihe - sowie Eine Frage der Chemie von Bonnie Garmus. Auch Ewald Arenz' Zwei Leben ist hier zu nennen.
- Auch Werke, die der E-Literatur zugeordnet werden können, nehmen großen Raum ein. Die Buchpreisgewinnerin Martina Hefter mit Hey guten Morgen, wie geht es dir? ist hier zu nennen, aber auch Caroline Wahls ungemein erfolgreicher Roman Windstärke 17 sowie Saša Stanišićs Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne sowie Iris Wolffs Lichtungen. Bei diesen Werken lässt sich am ehesten eine Parallele zum Buchgenre Entwicklungsroman feststellen.
- Auch Romane, die autobiographisch angehaucht sind, sowie deutlich in Richtung Ratgeber und Persönlichkeitsentwicklung tendieren, waren erfolgreich. Hier ist das jüngste Roman von Joachim Meyerhoffs Man kann auch in die Höhe fallen sowie Stephan Schäfers 25 letzte Sommer zu nennen. Auch Carsten Henns Der Buchspazierer zielt deutlich auf den Bereich Persönlichkeitsentwicklung ab.
- Der Fantasybereich ist durch Romane von Carissa Broadbent sowie Rebecca Yarros vertreten.
Welches Buchgenre passt nun zu dir?
Möchtest du einen Roman schreiben? Dann ist es sehr hilfreich, wenn du weißt, was für einen Roman du zu Papier bringen möchtest.
Das Festlegen auf ein Buchgenre ist bei Weitem nicht die einzige Entscheidung, die hier zu treffen ist. Du solltest dir aber auf jeden Fall Gedanken dazu machen. Es wird deinem Kreativen Schreiben bedeutend mehr Klarheit verleihen!
Es ist vollkommen in Ordnung, sich bewusst dagegen zu entscheiden, ein bestimmtes Genre zu bedienen. Doch wichtig ist es, auch dies bewusst zu tun.Der Beitrag Buchgenres – welches passt zu dir? (Podcast Episode 147) erschien zuerst auf Schreiben und Leben.
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Ein Märchen weiterschreiben – 10 Arbeitsblätter als PDF
Ein Märchen schreiben ist eine schöne Idee, wenn du eine Geschichte schreiben willst.
Doch wie sollst du bloß anfangen?
Geschichten zum Weiterschreiben sind häufig eine großartige Hilfe!
Du brauchst nicht nach einer guten Idee suchen, sondern kannst einfach loslegen. So kommst du unkompliziert in den Schreibfluss! Später kannst du den Anfang des Märchens dann immer noch verändern und nach deinen Wünschen anpassen …
Im Folgenden schenke ich dir 10 Märchenanfänge zum Weiterschreiben als Arbeitsblatt...
Viel Erfolg!
Typische Elemente von Märchen
Du möchtest ein gelungenes Märchen schreiben?
Bereits vorliegende Anfänge von Märchen helfen dir dabei. Doch auch wenn du ein Märchen «bloß» weiterschreiben möchtest, solltest du die wichtigsten Eigenschaften und Elemente von Märchen kennen.
Nur so schreibst du am Ende nicht irgendeine Geschichte, sondern tatsächlich ein Märchen.
Volksmärchen und Kunstmärchen
Märchen sind Geschichten, die meist mündlich weitergegeben wurden. So sind die Gebrüder Grimm auch nicht die Verfasser der von ihnen herausgegebenen Märchen. Vielmehr haben sie die Geschichten gesammelt und zu Papier gebracht.
Kunstmärchen hingegen können einem bestimmten Verfasser zugeordnet werden. Hier werden traditionelle Elemente von Märchen genutzt, um ganz neue Geschichten entstehen zu lassen. Wie eng du dabei an der traditionellen Märchenstruktur bleibst oder wie weit du davon abweichst, bleibt dir überlassen.
Bei den Märchen zum Weiterschreiben und den daraus entstehenden Geschichten handelt es sich in diesem Sinn ebenfalls um Kunstmärchen. Es ist also durchaus erlaubt und gewünscht, den Texten deinen eigenen Schreibstil zu verleihen.
Magische Elemente
In Märchen tauchen häufig magische Elemente auf. Es gibt somit keine klare Trennung zwischen der uns bekannten Welt und dem Bereich des Übersinnlichen.
Welcher Art diese magischen Elemente sind, kann ganz unterschiedlich sein, hier eine Auswahl:
- Magische Gegenstände verleihen ihren Besitzern besondere Fähigkeiten.
- Magische Tiere besitzen häufig menschliche Eigenschaften.
- Magische Sprüche erlauben es den Figuren, Grenzen zu überschreiten.
- Magische Eigenschaften, insbesondere Zauberkräfte, verleihen Märchenfiguren besondere Kräfte.
- Magische Orte stellen für Märchenfiguren häufig eine besondere Herausforderung dar.
Klare Trennung von Gut und Böse
In Märchen liegt meist eine klare Trennung zwischen guten und bösen Figuren vor. Die antagonistische Kraft verläuft also nicht innerhalb einer Figur, wie in modernen Erzählungen. Vielmehr ist gut und böse klar einzelnen Figuren zugeordnet.
Märchenfiguren sind also meist keine lebendigen, vielschichtigen Charaktere. Vielmehr werden klischeehafte Vorstellungen und typische Muster genutzt, um die jeweilige Funktion innerhalb der Geschichte zu verdeutlichen.
Unbestimmte zeitliche und räumliche Verortung
Ein Märchen ist meist keine Geschichte, die in einer bestimmten Zeit spielt. Anders als die Anekdote legen Märchen deshalb nicht den Eindruck nahe, im empirischen Sinn wahr zu sein. Und anders als beim Fabelschreiben brauchst du nicht die eine, eindeutige Moral, die du vermitteln möchtest.
Der typische Märchenanfang «Es war einmal» macht dies deutlich. Wir werden in eine unbestimmte Vergangenheit an einen nicht näher definierten Ort versetzt...
Klare Wendepunkte und gutes Ende
Die klare Unterscheidung von gut und böse führt zu einem klaren Aufbau der Märchen. Es gibt meist keine Überraschungen, wer auf welcher Seite steht.
Wichtig ist, dass meist gegen Ende ein klarer Höhepunkt zu erkennen ist!
Hier triumphiert das Gute über das Böse und die antagonistische Kraft wird besiegt...
Typische Märchenfiguren
In Märchen tauchen immer wieder typische Figuren auf. Auch die Konstellation der Figuren ähnelt sich in vielen dieser Geschichten. Einige typische Möglichkeiten sind:
- Hexen oder Zauberer, die über besondere Fähigkeiten verfügen
- verwunschene Prinzen, deren Herkunft zuerst unklar bleibt
- einsame Prinzessinnen
- böse Schwiegermütter
- sprechende Tiere, die den Menschen helfen
- in ihrer Herkunft verkannte junge Frauen und Männer
- Geschwister, die in Konkurrenz zueinander stehen
- Liebespaare, die füreinander bestimmt sind.
Ein Märchen weiterschreiben – Arbeitsblätter als PDF
Die folgenden 10 Arbeitsblätter bieten jeweils eine Hilfestellung, um ein Märchen weiterzuschreiben. Sie greifen typische Muster auf, die in Märchen immer wieder auftauchen. Damit bieten sie eine breite Palette an Impulsen.
Doch nicht nur, um die Geschichte weiterzuschreiben!
Selbstverständlich kannst und solltest du dich auch zu eigenen Anfängen inspirieren lassen …
Ein Märchen weiterschreiben – Herkunft
Eine besondere Herkunft der Hauptfigur bildet häufig die Kernidee von Märchen. Zu Beginn der Geschichte ist häufig unklar, woher die Figur stammt. Am Höhepunkt der Geschichte wird dies dann aufgelöst. Bekannte Märchen wie der Froschkönig oder Die Prinzessin auf der Erbse arbeiten mit diesem Motiv...
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Ein Märchen weiterschreiben – magische Begegnung
In vielen Märchen kommen die Figuren in Kontakt mit dem Bereich des Übersinnlichen oder Magischen. Dies kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen. So bietet Der gestiefelte Kater eine sprechende Tierfigur mit besonderen Fähigkeiten oder Tischlein deck dich einen Gegenstand, der es in sich hat …
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Ein Märchen weiterschreiben – Aufbruch
Das Motiv des Aufbruchs bietet die Chance, deine Figur auf eine interessante Reise zu schicken. Dies kann bildhaft oder physisch gemeint sein. Dieses Muster findet sich etwa in Hans im Glück oder Die Gänsemagd.
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Ein Märchen weiterschreiben –verwunschener Ort
Ein besonderer Ort, der Unheil mit sich bringt, liegt vielen Märchen als Idee zu Grunde. Hänsel und Gretel überschreiten mit ihrem Eintritt ins Hexenhaus die Schwelle zum Bösen. In Jorinde und Joringel gibt es ein altes, verwunschenes Schloss, dem man nicht zu nahe kommen darf.
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Was zeichnet den besonderen Ort in deinem eigenen Märchen aus?
Ein Märchen weiterschreiben – böse Hexe
Die böse Hexe ist eine in Märchen weit verbreitete antagonistische Figur. Neben klar bezeichneten Hexen, wie in Hänsel und Gretel, gehören auch ähnlich böse Figuren wie etwa die Königin in Schneewittchen hier mit dazu...
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Ein Märchen weiterschreiben – Unterdrückung
Eine unterdrückte Hauptfigur, die sich aus ihren unguten Verhältnissen befreit – dies ist ein häufiges Handlungsmuster in Märchen. Es findet sich etwa in Aschenputtel oder in Frau Holle.
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Wie möchtest du dieses Muster für dich nutzen?
Ein Märchen weiterschreiben – Brüder in Konkurrenz
Brüder, die miteinander in Konkuren stehen oder in einen Konflikt geraten – dies ist eine lohnenswerte Figurenkonstellation für ein Märchen. In Die zwei Brüder wird es beispielsweise genutzt.
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Was machst du aus dieser Struktur?
Ein Märchen weiterschreiben – Zauberspruch
Zaubersprüche oder Codewörter bieten in Märchen die Möglichkeit, Magie hineinzubringen und deinen Figuren besondere Möglichkeiten zu eröffnen. Typische Beispiele für berühmte Märchen dieser Art sind Der süße Brei oder Rapunzel.
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Ein Märchen weiterschreiben – schlafende Prinzessin
Die wohl berühmteste schlafende Prinzessin ist Dornröschen. Dieses Motiv ist deshalb so reizvoll, da ein klares Ziel besteht, aus dem sich eine Mission für Prinzen ableiten lässt. Es lässt sich jedoch auch wundervoll variieren ….
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Ein Märchen weiterschreiben – unterschiedliche Brüder
Geschwister stehen in Märchen auf unterschiedliche Weise miteinander in Verbindung. Sie können sich feindlich oder freundlich gesinnt sein, in Konkurrenz zueinander treten oder sich helfen. Reizvoll ist es jedenfalls, ihnen ganz unterschiedliche Eigenschaften zukommen zu lassen...
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Ein Märchen weiterschreiben – und dann?
Das Weiterschreiben eines Märchens kann ein guter Anfang sein, um in den Schreibfluss zu kommen. Dein Kreatives Schreiben sollte jedoch nicht damit enden.
Überarbeite deinen Text nach einem Erstentwurf unbedingt. Vergleiche ihn in einer Schreibgruppe mit den Texten anderer Autoren. Und probier danach weitere Märchenanfänge zum Weiterschreiben aus.
Nach und nach wirst du ein Gespür für die Textsorte entwickeln. Sammle nun unbedingt Ideen für eigene Märchenanfänge. Methoden zur Ideenfindung können dir dabei helfen. So wirst du nach und nach in die Lage versetzt, dein vollständig eigenes Märchen zu schreiben … Und wenn du Unterstützung brauchst, um dem Ganzen den letzten Schliff zu verpassen, kannst du dich für ein Schreibseminar oder fürs Schreibcoaching entscheiden.
Hast du aus eines der Märchenanfänge weitergeschrieben?
Teile es in den Kommentaren!
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Bessere Texte schreiben – 99 Tipps
Bessere Texte schreiben möchte eigentlich jeder, der schreibt. Doch viele Schreibtipps und Strategien laufen ins Leere...
Wie genau klappt es wirklich, bessere Texte zu schreiben?
Lern deine größten Baustellen beim Schreiben kennen! Erst dann kannst du Maßnahmen ergreifen, dir dir tatsächlich dabei helfen, bessere Texte zu schreiben...
Im Folgenden findest du zu allen zentralen Aspekten des Schreibprozesses konkrete Schreibtipps und Hinweise, die wirklich einen Unterschied machen.
Bleib dran und greif immer wieder auf diese umfassende Sammlung zu.
So wird es eine Leichtigkeit, nach und nach immer bessere Texte zu verfassen...
Lade dir den Überblick zu allen 99 Schreibtipps herunter und hänge ihn dir am besten ausgedruckt über den Schreibtisch ;-)
Gute Ideen finden
Um gute Texte zu schreiben, brauchst du erst einmal eine Idee.
Doch woher soll die kommen, wenn du keine hast?
Abwarten und Tee trinken ist keinesfalls die Methode der Wahl.
Stattdessen kannst du ganz konkret jede Menge dafür tun, um auf gute Ideen zu kommen...
Nutze Brainstorming, Clustern und Mindmaps
Übe bewährte Assoziationstechniken ein. Finde nach und nach heraus, welche davon dir besonders zusagen.
Mach diese Methoden daraufhin zu einem zentralen Bestandteil deines Schreibprozesses. Nicht nur am Anfang eines Projekts können sie dir gute Dienste leisten. Falls dein Schreiben einmal stockt, solltest du ebenfalls auf sie zurückgreifen.
Erstelle Listen zu allem Möglichen
Listen sind nicht nur beim Einkaufen eine feine Sache. Auch wenn es um den kreativen Prozess des Schreibens geht, können sie dir gute Dienste leisten.
Listen lassen sich zu allen möglichen Kategorien erstellen, hier ein paar Beispiele:
- 8 Titelideen für meinen Blogartikel
- 10 witzige Einstiege in meine Geschichte
- 12 mögliche Anfänge für meinen Roman
- 10 Eigenschaften, die meine Romanfigur haben könnte
- 100 mögliche Geschichten zum Weiterschreiben
- …
Vielleicht ist die eine wahre Idee noch nicht dabei …
Doch du bringst so auf jeden Fall deine geistige Ideenmaschine in Gang!
Manchmal kommt einem der entscheidende Einfall später wie zufällig – doch ohne die Sammlung zuvor wäre dies nie geschehen...
Erstelle ein Abecedarium zu deinem Thema
Ein Abecedarium ist eine nach dem Alphabet strukturierte Ideensammlung. Mit dieser Kreativmethode wirfst du einen etwas anderen Blick auf dein Thema.
Eventuell kommen dir so ganz neue Einfälle...
Hier ein Beispiel, wie ein Abecedarium zum Kreativen Schreiben aussehen könnte:
Denke durch Bisoziationen ganz anders
Kombiniere Elemente aus unterschiedlichen Kategorien zufällig miteinander. So bringst du frischen Wind in deine Ideenfindung! Dies ist eine wichtige Voraussetzung, für außergewöhnliche und damit wirklich bessere Texte...
Wandle erfolgreiche Muster für dich ab
Analysiere die Struktur erfolgreicher Sachbücher, Romane oder Artikel. Entwickle darauf basierend eigene Konzepte!
Doch Vorsicht: Das bedeutet keinesfalls, deine Vorbilder zu kopieren.
Orientiere dich an den Mustern hinter den Storys und mach daraus etwas ganz Eigenes.
Nimm die eigenen Lebensthemen in den Blick
Geh von den Fragen und Themen aus, die dich wirklich interessieren. Dazu solltest du unterschiedliche Phasen deines Lebens in den Blick nehmen und notieren, was dich in diesen besonders geprägt hat. Nicht nur, wenn du deine Autobiografie schreiben möchtest, ist dies gewinnbringend...
Zum einen entwickelst du so Ideen für bessere Texte. Zum anderen wirst du auch besonders große Lust haben, diese tatsächlich zu schreiben!
Behalte deine Zielgruppe im Auge
Schreibst du nicht nur für dich, sondern auch für andere?
Dann solltest du dir eine zentrale Frage stellen:
Für wen schreibe ich eigentlich?
Eine möglichst konkrete Antwort ist bereits während der Ideenfindung wichtig. So entwickelst du am Ende bessere Texte, da sie zu deinem Publikum passen.
Denk in Entwicklungsschritten
Themenfindung und Ideenentwicklung benötigen ausreichend Zeit. Ein guter Text ist immer das Ergebnis eines Prozesses.
Zu Beginn stehen häufig nur ein paar lose Ideen auf dem Blatt. Dann entsteht ein Erstentwurf. Schließlich kommst du nach mehreren Überarbeitungen zu deinem fertigen Text.
Das klingt ziemlich banal. Es ist jedoch ungemein wichtig, dass dir durchgängig klar ist: Zu besseren Texten kommst du häufig, indem du zuerst mittelmäßige Texte schreibst. Oder manchmal sogar, indem du nur ein paar mickrige Ideen zu Papier bringst.
Die gelungene Recherche
Vor dem eigentlichen Schreiben steht häufig die Recherche. Auf ihrem Weg zu besseren Texten kommen viele Autoren jedoch leider nie über diese hinaus. Sie versinken in der Flut aus Informationen und geben irgendwann auf...
Was kannst du tun, um die Recherche möglichst produktiv und gewinnbringend zu gestalten?
Nimm dein Vorhaben in den Blick
Wie viel Recherche ist für dein Projekt wirklich notwendig?
Ein historischer Roman bedarf meist einer ausführlicheren Recherche als ein Blogartikel zu deinem Spezialthema, in dem du ohnehin bereits Experte bist.
Kläre also für dich folgende Fragen, bevor du dich in die Recherche stürzt:
Worum genau geht es dir?
Was weißt du bereits über dein Thema?
Was musst du noch herausfinden?
Beschränke dich aufs Notwendige
Grenze klar ein, was du unbedingt herausfinden musst, um deinen Text zu schreiben. Setze dir des Weiteren klare zeitliche Grenzen. Sonst verzettelst du dich beim Recherchieren nur allzu leicht …
Ziehe, wo nötig, Experten hinzu
Viele Informationen lassen sich aus Büchern, Podcasts oder Videos gewinnen. Für ein tiefes Verständnis von Zusammenhängen, Detailfragen oder ein Gespür für Haltungen, Denkweisen und Stimmungen braucht es jedoch häufig den direkten Kontakt zu Experten.
Finde heraus, wer für dein Projekt als Gesprächspartner in Frage kommt!
Bereite dich darauf vor, die Relevanz deines Vorhabens zu verdeutlichen. Stell erst dann den Kontakt zum Experten deiner Wahl her und bitte ihn darum, für ein Gespräch zur Verfügung zu stehen.
Dokumentiere deine Erkenntnisse
Die Erkenntnisse deiner Recherche sollten nicht verloren gehen. Sorge dafür, dass du später im richtigen Moment auf sie zurückgreifen kannst.
Hilfreich dafür sind Lesetechniken, kurze Zusammenfassungen und ein System aus Schlagworten.
Siehe auch die Ausführungen zu technische Lösungen weiter unten.
Recherchiere mit Freude
Sorge dafür, dass die Recherche mehr für dich ist, als eine lästige Pflicht!
Orientiere dich dazu an vielversprechenden Spuren. Achte darauf, was wirklich dein Interesse weckt. Entwickle ein Gespür dafür, wo es dich hinzieht.
So kommst du schneller voran, recherchierst intensiver und konzentrierter – und erschaffst damit die Basis für bessere Texte.
Sinnvolle Planung für bessere Texte
Es gibt da diese romantische Vorstellung, mit der richtigen Inspiration schrieben sich Texte wie von allein. Meist ist dies jedoch eine eine Illusion. Zumindest, wenn deine Texte eine gewisse Länge und Komplexität haben sollen...
Zwischen der Ideenfindung und dem eigentlichen Schreiben steht meist eine Phase der Planung. Was du hierbei beachten solltest, um am Ende bessere Texte zu schreiben, erfährst du hier!
Formuliere dein Textvorhaben in einem Satz
Worum soll es in deinem Text eigentlich gehen?
Eine Antwort auf diese Frage schafft Klarheit – unabhängig davon, ob du einen Roman schreiben, einen wissenschaftlichen Artikel verfassen oder einen Ratgeber zu Papier bringen möchtest.
Wichtig: Deine Einschätzung ist keinesfalls in Stein gemeißelt. Mit der Zeit darf und soll sie sich durchaus entwickeln.
Erstelle einen Schreibplan
Gerade bei Sachtexten bietet es sich an, im ersten Schritt eine Struktur zu entwickeln.
- Was soll unbedingt rein in deinen Text?
- Was darf unerwähnt bleiben?
- In welchem Verhältnis möchtest du die einzelnen Teile zueinander anordnen?
Ein solcher Schreibplan gibt dir Orientierung beim Schreiben. So baust du deinen Text schlüssig und gewinnbringend auf.
Schreib eine Outline!
Möchtest du eine Geschichte oder gar einen Roman schreiben, so solltest du viel eher in Handlungsbögen denken, als in Sachthemen.
- Wer ist deine Figur und was zeichnet sie aus?
- Was reißt sie aus ihrem bisherigen Leben?
- Welches Ziel strebt sie an und welche Hindernisse stehen dem im Weg?
Eine Antwort auf diese Fragen bildet die nötige Basis, um einen überzeugenden Plot zu schreiben. Je umfangreicher und komplexer dein Werk ist, umso wichtiger kann dies sein.
Es hängt jedoch auch von deiner persönlichen Vorliebe und Persönlichkeit ab, in welchem Ausmaß du beim Kreativen Schreiben die Handlung vorausplanen möchtest...
Schreib einen Szenenplan!
Einige Romanautoren lassen die Details der Handlung während des Schreibens entstehen. Andere planen im Detail einzelne Szenen voraus. In letzterem Fall hilft es, einen Szenenplan zu schreiben.
Fass Szene für Szene zusammen
- was deine Figur erreichen möchte
- was beim Versuch dies umzusetzen geschieht
- und wie sich dadurch die Stimmung entwickelt.
Schiebe Elemente hin und her
Egal, ob du einen Schreibplan für deinen Sachtext erstellst oder ob du an einem Roman arbeitest – eine überzeugende Planung entsteht oft nicht auf Anhieb! Stattdessen lohnt es sich, die genaue Anordnung der Ober- und Unterthemen oder einzelner Elemente der Handlung nach und nach zu entwickeln.
Notiere Stichpunkte auf Kärtchen und schiebe diese so lange hin und her, bis dich das Ergebnis überzeugt.
Erlange ein Gleichgewicht zwischen Schreiben und Planung
Häufig wird die Planung als erste Phase eines Text- oder Buchprojekts betrachtet. Nach dieser Vorstellung geht es erst danach ans eigentliche Schreiben. In der Praxis bietet es sich jedoch an, Planung und Schreiben eher als unterschiedliche Ebenen zu denken, statt als Phasen.
Manchmal kommst du bei der Planung nicht weiter und musst erst einmal drauflos schreiben.
Und manchmal ereilt dich beim Schreiben eine Schreibblockade. Dann solltest du dich fürs erste wieder auf die Planungsebene begeben, um dich neu zu orientieren.
Wechsle also flexibel zwischen beiden Ebenen hin und her – so wie es für dein Projekt gerade notwendig ist.
Eine Frage der Struktur
Einen Plan für deinen Text entwickeln klingt nach einem sinnvollen Ziel. Doch wie gelingt es?
Bewährte Strukturen helfen, um sich hierbei zu orientieren. Hier kommen einige Vorschläge …
Kläre zuerst Anfang und Ende
Früher oder später taucht bei jedem Schreibprojekt der Wunsch nach einem roten Faden auf. Vielleicht musst du dich erst einmal durchs Freie Schreiben deinem Thema nähern. Doch irgendwann ist wichtig zu verstehen: Wie hängt alles miteinander zusammen?
Unabhängig davon, welches Schreibprojekt du verfolgst: Häufig ist es hilfreich, zuerst den Anfang und das Ende deines Textes festzulegen. So weißt du genau, von wo aus du startest und wo du am Ende mit deinen Ausführungen oder deiner Geschichte ankommen möchtest.
Entwickle eine Story
Das wichtigste strukturgebende Element beim Romanschreiben ist meist die Story.
Wer ist deine Hauptfigur?
Welches Ziel strebt sie an?
Welche Hindernisse stehen ihr im Weg und welche Komplikationen ergeben sich daraus?
Worin beseht ihr innerer Konflikt und welche Entwicklung durchlebt sie während der Geschichte?
Beantworte diese Fragen für dich und du verfügst über die Grundstruktur deiner Geschichte!
Strukturiere dein autobiografisches Schreiben
Möchtest du deine Autobiografie schreiben und hierbei über einen roten Faden verfügen?
Neben der klassischen Variante, deinen Lebensweg linear nachzuzeichnen, kannst du hier auch in Clustern denken.
Lass erste autobiografische Texte entstehen und ordne sie zu Gruppen an. Finde treffende Überschriften dafür, stell ihnen weitere Überschriften zur Seite und lass dazu neue Texte entstehen. So ergibt sich die Struktur deines Textprojekts ganz natürlich aus dem Schreiben heraus.
Entwickle eine Struktur für deinen Sachtext
Schreibst du über Sachthemen, so möchtest du deinen Lesern eine Einsicht vermitteln, ihnen Orientierung in einem bestimmten Themenbereich ermöglichen oder sie zu bestimmten Schritten ermächtigen. Im besten Fall holst du deine Leser dafür zu Beginn an einem Punkt A ab und führst sie durch deinen Text zu einem Punkt B.
Nach der Lektüre deines Werks hat die Leserschaft im optimalen Fall etwas verstanden, gelernt oder zumindest erkannt, was sie tun könnten, um weiterzukommen. Entwickle deine Struktur aus diesem angestrebten Prozess der Leser heraus!
Wo ist der Start-, wo der Endpunkt und welche Zwischenschritte sind nötig?
Frag nach der Funktion
Eine gute Planung ist die wichtigste Voraussetzung für eine gute Schreibphase und eine Überarbeitung, die nicht ausufert. Dazu gehört auch, unnötigen Ballast von vornherein zu vermeiden.
- Welche Funktion hat eine Szene für deinen Roman?
- Ist dieser Exkurs in deinem Ratgeber wirklich nötig?
- Was gehört wirklich zu diesem Blogartikel und was vielleicht erst in den nächsten?
Diese und ähnliche Fragen helfen dir dabei, deine Struktur überschaubar zu halten!
Visualisiere deinen roten Faden
Behalte die Ideen für deine Struktur nicht nur für dich im Kopf. Bring sie unbedingt zu Papier oder an die Wand.
Hast du deine Struktur immer klar vor Augen, vermeidest du so manche Verzettelung. Und du bemerkst leichter, wenn sich etwas geändert hat und du nochmals auf die Planungsebene wechseln solltest …
Nutze Elemente der Heldenreise
Hollywood bietet fantastische Inspiration fürs Storytelling. Das gilt nicht nur für Geschichten und Romane, sondern auch für Sachbücher.
Informiere dich über die Heldenreise und übertrage sie auf dein Schreibprojekt.
Übrigens: Es geht nicht darum, jeden einzelnen Schritt 1:1 abzuarbeiten. Nutze die wichtigsten Wendepunkte und frag dich, wo sich ihre Bedeutung in deiner Geschichte verorten lässt...
In den Schreibflow kommen
Bist du erst einmal im Schreibflow, geht alles leichter. Du verfügst im Endeffekt über das passende Medium, um nach und nach zum Autor besserer Texte zu werden.
Doch wie gelangst du in deinen Schreibflow?
Entwickle deinen Schreibfluss
Kannst du dich hinsetzen und aus dem Stegreif seitenweise Text produzieren?
Ich meine hiermit keinen besonders gelungenen oder gar veröffentlichungsreifen Text. Vielmehr geht es hier einfach darum, in einem sinnvollen Zusammenhang stehende Wörter und Sätze aneinanderzureihen.
Falls du dies nicht auf Knopfdruck kannst, fehlt dir eine entscheidende Voraussetzung, um erfolgreich zu schreiben!
Dein Schreibfluss geht aus einer starken Verbindung zwischen deinen Bewusstseinsinhalten und deiner Schreibpraxis einher. Stärke sie, indem du regelmäßig einfach drauflos schreibst, ohne dir Vorgaben struktureller oder inhaltlicher Art zu machen!
Etabliere deine Schreibroutine
Möchtest du mit deinem Schreiben und deinen Texten vorankommen, so sollte dir das eigentliche Schreiben möglichst leicht von der Hand gehen. So kannst du dich auf die Inhalte, den Aufbau und den Schreibstil konzentrieren.
Was dabei ungemein hilft, ist eine Schreibroutine.
Hast du es dir erst einmal angewöhnt, täglich eine bestimmte Anzahl an Seiten zu schreiben, ist die vielleicht wichtigste Hürde genommen: Dein innerer Schweinehund ist besiegt.
Allerdings braucht es dafür Zeit. Experten gehen davon aus, dass du bis zu 6 Monaten benötigst, um eine neue Routine aufzubauen.
Führ dir die riesigen Vorteile vor Augen, die es mit sich bringt, wenn das erst einmal geschafft ist …
Das macht es leichter durchzuhalten!
Stell Verbindlichkeit her
In vielen Fällen sind wir beim Schreiben unser eigener Chef. Diese Freiheit bringt auch Herausforderungen mit sich. Vor allem zwingt uns keiner, in diesem Moment zu schreiben – wir könnten auch ohne Weiteres etwas Anderes tun.
Stell so viel Verbindlichkeit wie möglich her, z.B. indem du
- feste Schreibzeiten etablierst
- deine Vorhaben visualisierst
- erfolgreich absolvierte Schreibzeiten dokumentierst
- oder andere Menschen in dein Vorhaben einweist.
Erschaffe deinen idealen Schreibort
Menschen haben unterschiedliche Vorlieben, wo sie gerne schreiben.
Ein Ort, an dem du dich wohlfühlst und an dem du alles hast, was du brauchst, kann helfen. Manche können auch den Luxus realisieren, einen Ort ganz allein fürs Schreiben zu reservieren. Wieder andere schreiben am liebsten im Park, in Cafés oder unterwegs im Hotel.
Finde heraus, welche Schreiborte für dich am besten funktionieren. Nutze dieses Wissen, um bessere Texte zu schreiben!
Merke: Die Schreibphase ist die Schreibphase ist die Schreibphase
Verzichte in der Schreibphase darauf, deine Texte zu überarbeiten. Schreib lieber einfach drauflos. Wechsle nur auf die Planungsebene, wenn du wirklich nicht weiterkommst.
So bewahrst du dich davor, deinen Schreibfluss durch deine Unsicherheit zu beeinträchtigen oder dich gar selbst aus einem Projekt zu reißen.
Entkomme dem Fluch der Ablenkung
Wir leben in Zeiten, die durch ständige Ablenkung geprägt sind. Insbesondere im Netz werden die Mittel immer perfider, mit denen die Aufmerksamkeit der Konsumenten gewonnen und möglichst lang in Anspruch genommen werden soll.
Das Resultat: ein unruhiger Geist, der zu Konzentrationsproblemen neigt.
Schalt die Ablenkungen aus, indem du dich auf feste Arbeitszeiten verpflichtest. Eigne dir Methoden an, die dir dabei helfen, konzentriert bei der Sache zu bleiben.
Finde Technische Lösungen für deine Schreibroutine
Manchmal gelingt es uns nicht, konzentriert zu schreiben, obwohl wir es uns fest vornehmen. Da sind technische Lösungen gefragt!
Probier einmal Folgendes aus:
- Schalte all deine Geräte und das Internet ab.
- Nutze eine Schreibfokus-Funktion in deinem Schreibprogramm, so dass du nur noch deinen Text siehst.
- Schreib auf einer Schreibmaschine und scann die Seiten danach ein.
- Schreib auf einer elektronischen Schreibmaschine mit Speicherfunktion.
- Schreib per Hand und tippe das Geschriebene später ab.
Hinterfrag dein Konzept von Schreibblockaden
Das Konzept der Schreibblockade ist umstritten. Bei den meisten anderen Tätigkeiten spricht ja auch keiner von einer Blockade.
Hinterfrage den Anspruch, den du an dein Schreiben hast. Nimm dir vor, einfach nur so zu schreiben, statt ganz Großartiges zu Papier bringen zu wollen. So lösen sich die meisten angeblichen Schreibblockaden in Luft auf.
Guter Schreibstil
Es gibt nicht die eine allgemeingültige Ansicht, was einen guten Schreibstil ausmacht.
Das heißt jedoch nicht, dass ein guter Schreibstil eine Sache dir Beliebigkeit ist oder dass man nichts dafür tun könnte. Folgende Aspekte des Themas Schreibstil helfen dir dabei, nach und nach bessere Texte zu schreiben.
Lerne, was alles zum Schreibstil dazu gehört
Vielen ist bewusst, dass der Schreibstil wichtig ist. Sie wissen jedoch nicht, was genau damit gemeint ist.
Der Schreibstil deines Texte wird auf allen relevanten Ebenen geprägt und du kannst auf jeder von ihnen ansetzen, um bessere Texte zu schreiben:
- klangliche Strukturen wie Klangfarbe, Rhythmus und Reime
- Wortebene
- Satzstrukturen
- Satzlänge und deren Variation
- Gestaltung von Absätzen
- Sprachniveau
- Kommunikative Nähe zwischen Sender und Empfänger
- …
Führ dir alle relevanten Ebenen vor Augen, die an einem guten Schreibstil beteiligt sind!
Nur so gewinnst du ein Bewusstsein deiner Stärken und deiner Baustellen...
Analysiere, was da ist
Viele Autoren wenden sich im Schreibcoaching an mich, da sie ihren Schreibstil verbessern möchten. Was einige überrascht: Es gibt nicht den einen guten Stil, den du erlernen kannst!
An erster Stelle gilt es, bei jedem Schreibprojekt herauszufinden, was es im Besonderen auszeichnet.
Welcher Stil ist hier stimmig?
Analysiere, was du bereits geschrieben hast, und entwickle so eine passende Schreibweise für das jeweilige Projekt!
Triff Entscheidungen
Einen stimmigen Stil für dein Projekt entwickeln hat viel mit Entscheidungen zu tun.
- Welche Formulierung passt zu deiner Zielgruppe?
- Welche Sprache ist für deine Romanfigur stimmig?
- Mit welche Art des Satzbaus bringst du dein Thema besonders stimmig rüber?
Entscheide auf der Basis dieser und ähnlicher Fragen, was stilistisch so bleiben kann, und wo du Dinge streichen oder verändern solltest.
Streiche Wortwiederholungen oder nutze sie bewusst
Auch wenn sich nicht pauschal sagen lässt, was guter Stil ist und was nicht, solltest du einige konkrete Aspekte kennen, um dein Verständnis zu schärfen und deine Schreibkompetenzen zu stärken.
Wortwiederholungen sind hierfür ein klassisches Beispiel.
In den meisten Fällen solltest du diese tunlichst vermeiden. Es wirkt häufig ungelenk, verwendest du ein und dasselbe Wort mehrfach kurz hintereinander.
Im Einzelfall kann eine bewusste Wortwiederholung jedoch auch ein kraftvolles Gestaltungsmittel sein. Entwickle ein Gespür für die feine Grenze zwischen beiden Fällen!
Nimm die Funktion deiner Sätze in den Blick
Sind lange Sätze ein Zeichen guten Stils?
Oder sind es kurze?
Weder noch!
Viel entscheidender als die bloße Länge ist, ob dein Satz seinen Zweck erfüllt.
Ist er unnötig verschwurbelt und verquirlt einzelne Ideen zu einem unübersichtlichen Ganzen? Dann teile ihn in mehrere kleinere Sätze auf.
Spiegelt die komplexe Satzkonstruktion jedoch einen Gedankengang oder das Geschehen treffend wider, so kann die Länge absolut notwendig sein. Das Ineinander aus Haupt- und Nebensätzen wird so zu einem Gestaltungsmerkmal.
Betrachte immerzu die Funktionalität der deiner Satzkonstruktion und triff daraufhin eine Entscheidung!
Variiere die Satzlängen wirkungsvoll
Die Entscheidung für kurze oder lange Sätze triffst du nicht nur einmal. Vielmehr bietet dir die Satzlänge eine großartige Möglichkeit, den Rhythmus deiner Texte zu variieren.
Eine Aneinanderreihung kurzer Sätze kann z.B. eine gewisse Atemlosigkeit erzeugen. Lange Sätze strahlen hingegen tendenziell mehr Ruhe aus.
Achte darauf, welche Wirkung du jeweils erzielen möchtest, und entscheide entsprechend!
Übe dich im Umgang mit Verben
Verben werden häufig als Königswörter bezeichnet. Diese Ehre verdanken sie ihrer Wirkung und Funktion.
Häufig haben wir eine klare Vorstellung vor Augen, wenn jemand z.B. Lust verspürtoder ein Boot vor der Küste dümpelt. Und zwar viel eher als wenn wir schrieben, dass jemand Lust hat oder ein Boot vor der Küste im Wasser ist.
Verzichte auf Allerweltsverben, falls möglich. Nutze lieber treffende Ausdrücke, die genau vermitteln, was los ist.
Setze Aktiv und Passiv bewusst ein
Eine häufige Empfehlung beim Kreativen Schreiben lautet, man solle das Passiv meiden.
Schauen wir uns ein Beispiel an:
Er ging ins Reisebüro und buchte einen Trip auf die Malediven.
Das Geschehen steht uns hier deutlicher vor Augen als in einer Passiv-Variante. Diese könnte etwa lauten:
Er wurde mit dem Taxi ins Reisebüro gebracht. Dort wurde für ihn eine Reise auf die Malediven gebucht.
Durch die Verwendung des Passiv entsteht eine Distanz zwischen Leser und handelnder Figur. Meist ist dies hinderlich.
Doch manchmal ist genau dies der Eindruck, den wir erzeugen wollen.
Konzentriere dich auf aktive Verbformen und setze das Passiv immer dann ein, wenn die Wirkung dem Text zuträglich ist.
Erzähle beim Kreativen Schreiben lebendig
Eine der berühmtesten «Weisheiten» beim Kreativen Schreiben lautet Show, don’t tell!
Dahinter steckt die wichtige Einsicht, dass es wirkungsvoller ist, Stimmungen, Gedanken und Gefühle erlebbar zu machen, statt sie einfach zu behauten.
Andererseits besteht ein Roman nicht nur aus szenischen Passagen. Zusammenfassende, erzählende Textteile sind häufig mindestens genau so wichtig. Und das ist auch gut so.
Ansonsten würde der Umfang ausufern und alle Geschehnisse würden auf einmal gleich wichtig erscheinen.
Wäge also ab, ob die Stelle der Handlung so zentral ist, dass das innere und äußere Geschehen durch deine Erzählkunst gezeigt werden muss, oder ob es deinem Text zuträglich ist, wenn du davon erzählst.
Denke daran, für wen du schreibst
Ein Text, der gelesen werden soll, ist immer Bestandteil eines Kommunikationsgeschehens. Deine Zielgruppe ist deshalb ein entscheidender Faktor, um deinen guten Schreibstil zu entwickeln. Verfasst du einen Jugendroman oder deine Autobiografie?
Schreibst du einen Blogartikel oder einen wissenschaftlichen Aufsatz?
Ist dein Text für Kinder oder Erwachsene, für den Mainstream oder für ein Fachpublikum?
Kläre für dich, wer deine ideale Leserschaft ist und pass deinen Schreibstil an sie an!
Geh reflektiert mit Adverbien um
Bei der Sehnsucht nach glasklaren und einfach umzusetzenden Schreibtipps gerät eine weitere Wortart in den Fokus: die Adverbien.
Häufig liest man, sie würden den Text mit unnötigem Ballast beschweren. Allerdings können sie durchaus auch sehr wirkungsvoll sein, indem sie Inhalten einen neuen Aspekt hinzufügen.
Der Mann eilte eilig zur Bank, um schnellstmöglich Geld abzuheben.
Hier kann man sich das Adverb sparen. Das Verb sagt schon alles.
Der Mann eilte nachdenklich zur Bank, um widerstrebend Geld abzuheben.
Hier kommt den Adverbien eine sinnvolle Funktion zu. Zusammen mit dem Verb entsteht ein Spannungsverhältnis, das Fragen aufwirft.
Sei beim Umgang mit Adverbien also besonders achtsam.
Kläre jeweils, ob ihnen eine gewinnbringende Funktion für deinen Text zukommt. Falls nicht, lass sie weg!
Nutze das Gestaltungspotential von Absätzen
Nicht nur die Variation der Satzlängen bietet Gestaltungspotential. Bei den Absätzen lässt sich ähnlich verfahren.
In einem erzählenden Text kann ein Absatz gerne auch mal nur aus einem Satz bestehen oder sogar nur aus einem Wort. Oder er kann sich über eine ganze Seite erstrecken, wenn der Spannungsbogen, die Zielgruppe und die besondere Erzählweise es erfordern.
Bei nicht-fiktionalen Texten verhält es sich ähnlich, wenn auch in abgeschwächter Weise. Nutze die Länge der Absätze, um deine Inhalte zu strukturieren, aber auch, um deine ganz eigene Schreibweise zu prägen.
Nutze die Schreibstile anderer als Inspiration
Hast du stilistische Vorbilder? Dann liegt es nahe, aus ihnen zu lernen!
Und falls du keine hast, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, dir welche zu suchen.
Doch wie nutzt du am besten für dich, was dir am Schreiben Anderer gefällt?
Die reine Analyse hilft hier nicht weiter. Praktische Umsetzung ist gefragt!
Nimm dir eine Seite deiner Lieblingsautors vor, analysiere sie und schreib daraufhin in möglichst identischem Stil einen eigenen Text. Die Imitation deiner Idole kann ein wichtiger Zwischenschritt sein, um deinen eigenen Schreibstil für bessere Texte zu entwickeln...
Handwerkszeug des Kreativen Schreibens
Beim Kreativen Schreiben geht es darum, Geschichten, Gedanken, Gefühle und unterschiedlichste Perspektiven auf die Welt auf eindrückliche, häufig künstlerische Weise in Worte zu fassen.
Die Bandbreite an Schreibtipps zum Kreativen Schreiben ist riesig.
Die Herausforderung liegt nicht darin, auf welche zu stoßen.
Viel mehr ist es wichtig, Schreibtipps zu nutzen, die wirklich einen Unterschied machen...
Kläre die Erzählsituation
Beim Schreiben von Geschichten oder Romanen solltest du wissen, von welchem Standpunkt aus du erzählst. Davon hängt ab, welche Informationen zur Sprache kommen und welche nicht, wie du erzählst und welche Stimmung du so erzeugst. Diese Entscheidung hat massiven Einfluss auf die Wirkung deiner Geschichte.
Wichtig: Häufig gelingt es nicht am Reißbrett, eine stimmige Lösung zu finden. Es gilt, verschiedene Varianten auszuprobieren.
Vermeide es, beliebig zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten zu wechseln. Dies geht sonst auf Kosten der literarischen Qualität.
Nutze die Magie neutralen Erzählens
Gibst du das Geschehen möglichst objektiv wieder, wird von einer neutralen Erzählsituation gesprochen. Doch was soll objektiv eigentlich bedeuten?
Absolute Objektivität gibt es nicht. Prägend für das Dargestellte ist immer das Medium, durch welches wir die Informationen vermitteln.
Beim neutralen Erzählen ist dieses nicht an eine bestimmte Figur, weder außerhalb noch innerhalb der Geschichte gebunden. Stell dir am besten vor, ein Aufnahmegerät würde die Geschehnisse deiner Geschichte dokumentieren und in eine möglichst standardmäßige Sprache übersetzen.
Werde zum allwissenden Erzähler
Auch die auktoriale Erzählsituation (auch als allwissender Erzähler bekannt) bietet eine besondere Möglichkeit, eine Geschichte zu erzählen. Hier kannst du die unterschiedlichen Perspektiven, Sprachstile und Erzählweisen miteinander kombinieren.
Prinzipiell ist hier alles erlaubt. Doch Vorsicht: Dies lässt allzu leicht den Eindruck der Beliebigkeit entstehen. Auch hier solltest du eine stimmige Schreibweise entwickeln!
Nutze die Überzeugungskraft personalen Erzählens
Bei der personalen Erzählweise (oder auch personale Erzählperspektive) ist alles, was du schreibst, an eine bestimmte literarische Figur geknüpft: die Wortwahl, die Ausdrucksweise, der Inhalt, die Stimmung und vieles mehr.
Ist dies gut umgesetzt, können deine Leser mit dem Erleben deiner Figur verschmelzen. Das Erzählte wirkt dann besonders echt und wir werden bei einer guten Story maximal in die Geschichte hineingezogen.
Gestalte die Authentizität der Ich-Perspektive
Auch die Ich-Perspektive bringt Besonderheiten mit sich. Versuch dich beim Geschichtenschreiben einmal an ihr.
Eine literarische Figur erzählt hier ihre eigene Geschichte oder die Geschichte einer anderen Figur. Jedes einzelne Wort des Textes stammt also von der Figur.
So lässt sich besondere Nähe erzeugen.
Zugleich bietet dies eine lustvolle Möglichkeit, unzuverlässiges Erzählen in deinen Text zu bringen. Denn wer sagt, dass es immer die Wahrheit ist, was ein solcher Erzähler von sich gibt?
Experimentiere mit dem multiperspektivischen Erzählen
Kombiniere unterschiedliche personale Erzähler oder Ich-Erzähler miteinander. So kannst du multiperspektivisch erzählen.
Im Unterschied zum auktorialen Erzählen gibt es hier keine rahmende Erzählstimme, die das Geschehen einordnet oder kommentiert. Durch die multiperspektivische Erzählperspektive lässt sich auch wundervoll Spannung erzeugen und unzuverlässiges Erzählen zelebrieren.
Organisiere die Informationsvermittlung
Es ist nicht nur wichtig, was du erzählst und wie du es erzählst, sondern auch wann du was erzählst. Denn wenn das Körbchen voll ist, ist die Ostereiersuche vorbei.
Dies gilt sowohl beim Roman- und Geschichtenschreiben, als auch beim Schreiben deiner Autobiografie. Wenn auch, je nach Genre, in unterschiedlichem Ausmaß.
Überlege dir also gut, an welcher Stelle du mit welchen Informationen herausrückst.
Setz Cliffhanger elegant ein
Cliffhanger sind so verhasst wie geliebt. Am Ende eines Kapitels geschieht etwas Dramatisches und wir wollen beim Lesen wissen, wie es weitergeht. Am liebsten würden wir die Story gar nicht mehr weglegen.
Doch Vorsicht: Künstliche Cliffhanger, die allein aus Berechnung eingesetzt werden, führen bei den Lesern leicht zu Verdruss. Ein guter Cliffhanger hingegen geht schlüssig aus der Geschichte hervor, führt zu weiteren Verwicklungen und löst sich nicht bereits ohne Konsequenzen wenig später in Wohlgefallen auf.
Arbeite mit subtilen Vorausdeutungen
Du brauchst nicht unbedingt Cliffhanger, um spannend zu schreiben. Eine weitere wundervolle Methode sind subtile Vorausdeutungen.
Ohne zu viel zu verraten kannst du in deiner Geschichte – aber auch in deinem Sachbuch oder Blogartikel – Hinweise geben, wie sich die Story oder die Überlegungen entwickeln werden.
Doch Vorsicht: Mach es nicht zu platt und nicht zu häufig. Sonst erreichst du das Gegenteil.
Nutze die Kraft der Archetypen
Beim Kreativen Schreiben spielen deine Figuren eine zentrale Rolle. Orientiere dich an typischen Handlungsmustern, die wir alle in uns tragen, um fesselnde Figuren zu entwickeln.
Die folgenden Archetypen nach C.G. Jung können dabei eine wichtige Orientierung bieten:
- Der Rebell
- Der Zauberer
- Der Held
- Der Liebende
- Der Narr
- Der Jedermann
- Der Betreuer
- Der Herrscher
- Der Schöpfer
- Der Unschuldige
- Der Weise
- Der Entdecker
Doch Vorsicht: Es geht keinesfalls darum, jeder Figur einen Archetypen zuzuweisen!
Vielmehr lassen sich die unterschiedliche Anteile in jeweils individueller Gewichtung in jeder Persönlichkeit finden.
Erschaffe eine Backstory
Möchtest du fesselnde Figuren entwickeln? Neben ein paar zentralen äußeren und inneren Merkmalen ist dafür eine Sache besonders entscheidend: ihre inneren Konflikte.
Durch welche Erfahrungen in ihrem bisherigen Leben sind deine Figuren zu denen geworden, die sie zu Beginn deiner Geschichte sind?
Finde eine überzeugende Antwort auf diese Frage und du verfügst über eine kraftvolle Basis und einen Kompass, um eine fesselnde Story zu entwickeln.
Zeig die Persönlichkeit durch die Handlung
Interessante Figuren sind nicht nur ein zentraler Bestandteil fiktionaler Texte. Auch in Sachbüchern kannst du sie nutzen, um deine Überlegungen an Beispielen zu verdeutlichen.
Doch wie machst du deine fesselnden Figuren erlebbar, ohne einfach nur hinzuschreiben, was du dir zu ihnen überlegt hast?
Mach durch ihr Verhalten deutlich, wie sie auf bestimmte Umstände reagieren. So werden deine Figuren lebendig und die Leser können sich mit ihnen identifizieren!
Schreib fesselnde Dialoge
Dialoge sind eine wundervolle Möglichkeit, um
- deine Geschichten abwechslungsreich zu gestalten
- die Denk- und Sprechweise deiner Figuren erlebbar zu machen
- die Beziehung der Figuren zwischen einander zu offenbaren
- kurzweilige Passagen zu Papier zu bringen
- Konflikte, Missverständnisse und Ironie darzustellen.
Experimentiere mit Dialogen in unterschiedlichen Textformen!
Nicht nur in Geschichten oder Romanen, auch beim autobiografischen Schreiben oder in Sachbüchern tragen sie zu einem lebendigen Leseerlebnis bei.
Spiel mit Sprache
Beim Kreativen Schreiben geht es um das Potential von Sprache jenseits des Eindeutigen. Es eröffnen sich Interpretationsspielräume. Sprachspiele sind bestens dazu geeignet, diese Möglichkeit auszuschöpfen.
Hier drei Beispiele, wie du konkret vorgehen kannst:
- Arbeite mit rhetorischen Figuren
- Nutze Symbole, Metaphern und Vergleiche
- Greif typische Wendungen auf und variiere diese auf deine Weise.
Das Wichtigste aber ist: Vergiss nicht die Schreibfreude dabei!
Es ist das vielleicht beste Zeichen, wenn du sie verspürst...
Die Überarbeitung deiner Texte
Schreibprofis wissen nur zu gut: Die Überarbeitung ist mindestens genau so wichtig wie der Erstentwurf. Deshalb solltest du diesen Bereich unbedingt in den Blick nehmen, möchtest du bessere Texte schreiben … Los geht’s!
Lass deine Texte ruhen
Vielen hilft es, klar zwischen Schreib- und Überarbeitungsphasen zu unterscheiden. Der Modus ist nämlich ein vollkommen anderer. Geht es beim Schreiben darum, in deinen Schreibfluss zu finden, setzt du beim Überarbeiten die Brille des Lektors auf.
Damit dies gelingt, solltest du eine gewisse Zeit zwischen dem Schreiben und dem Überarbeiten verstreichen lassen. Schon eine halbe Stunde kann helfen, um einen neuen Blick auf den eigenen Text zu richten. In anderen Fällen braucht es auch mal ein halbes Jahr, um sich dem jeweiligen Buchprojekt wieder möglichst unvoreingenommen zu nähern...
Plan genügend Zeit und Ruhe fürs Überarbeiten ein
Die Überarbeitung eines Erstentwurfs ist häufig aufwendig. Dies solltest du bei einem neuen Projekt von Angang an auf dem Schirm haben.
So wirst du nicht enttäuscht sein, wenn dein Text nach dem ersten Entwurf noch lange nicht fertig ist. Außerdem legst du damit die Grundlage für den notwendigen Fokus beim Überarbeiten. Denn mit Hektik ist hier nichts gewonnen, jetzt geht es um Genauigkeit.
Gestalte die Überarbeitung lustvoll
Anders als ein exzessiver Schreibfluss genießt die Überarbeitung bei vielen Autoren keinen guten Ruf. Es klingt in erster Linie anstrengend, das gesamte Manuskript noch einmal durchzugehen. Dazu kommt, dass es mit dem einen Mal meist nicht getan ist.
Doch das Überarbeiten kann durchaus Freude bereiten:
- Erlebe die Lust, an Sätzen zu schrauben, bis sie rund klingen.
- Entwickle ein Gespür für treffende Ausdrücke, die deinen Ausführungen Kraft verleihen.
- Erfreue dich an deinem Scharfsinn und löse Ungereimtheiten auf.
Die Botschaft deines Textes kommt so auf eine ganz neue Ebene!
Unterscheide zentrale Ebenen der Überarbeitung
Erst wenn du weißt, worum es beim Überarbeiten geht, kannst du diese Herausforderung erfolgreich meistern. Dafür solltest du die Ebenen kennen, die hierbei eine Rolle spielen. Um bessere Texte zu schreiben ist es nötig, folgende Dimensionen in den Blick zu nehmen:
- Normsprachliche Richtigkeit
- Inhaltlicher Aufbau und Struktur
- Sprachstil und Erzählweise
- Syntaktische Ebene
- Semantische Ebene
- Mittel der Leserlenkung und Rhetorik
Identifiziere deine Baustellen
Erst wenn du weißt, wo die Schwachstellen deines Textes liegen, kannst du sie beheben. So wichtig es ist, beim Erstentwurf loszulassen und dich deinem Schreibfluss hinzugeben – nun ist eine kritische Haltung gefragt.
Gegebenenfalls kann es helfen, nach einer ersten kritischen Lektüre eine To-do-Liste zur Überarbeitung anzulegen:
- Auf welche Aspekte möchtest du besonders achten?
- Wo siehst du den größten Verbesserungsbedarf?
- Wie viele Überarbeitungsdurchgänge hast du vor und worauf wirst du jeweils achten?
Sei dir typischer Problemfelder bewusst
Um die eigenen Baustellen zu identifizieren musst du typische Problemfelder kennen. Dafür lohnt es sich, Schreibratgeber zu studieren, die sich mit den Dimensionen guten Schreibstils auseinandersetzen.
An dieser Stelle können nur einige typische Probleme genannt werden, denen ich bei der Lektüre von Autorentexten besonders häufig begegne:
- Inhaltlicher Aufbau und Struktur:Unentschiedenheit bezogen auf die Thematik und den Konflikt, Mangel an logischer Stringenz im Großen und Kleinen, langatmige Beschreibungen, oberflächliche Charakterzeichnungen, mangelndes Bewusstsein für die Gestaltung von Absätzen
- Sprachstil und Erzählweise: Dopplungen und unnötige Erklärungen, Brüche in der Erzählperspektive, unklare Erzählsituation
- Syntaktische Ebene: unnötige Schachtelsätze, Rhythmisch ungelenke Syntax, Verzicht auf den Wechsel zwischen kurzen und langen Sätzen, mangelhaftes Ineinander aus Inhalt und Form.
- Semantische Ebene: übermäßiger Gebrauch von Modalverben, Filterverben und Allerweltsverben, clichéhafte Ausdrucksweisen, ungewollte Brüche in der Ausdrucksweise
- Mittel der Leserlenkung und Rhetorik: unbedachte oder ungelenke Handlungssprünge, übertriebene Erläuterungen und unnötige Ausführlichkeit, Mangel an Bindewörtern, syntaktisches Einerlei, Verzicht auf rhetorische Figuren
Kürze großzügig und streiche, wo nötig
Vielen Autoren fällt es schwer, im eigenen, mühevoll verfassten Text Streichungen vorzunehmen. Mein drei häufigsten Vorschläge bei der Überarbeitung lauten jedoch:
- Kürzen
- Kürzen
- Kürzen.
Weshalb?
In vielen Fällen wird so die Wirkung und Aussage deines Textes zugespitzt. Das Eigentliche tritt zu Tage, da unnötiger Ballast entfällt. Erst, wenn der Blick aufs Wesentliche frei wird, entfaltet dieses seine volle Kraft.
Lies deinen Text laut
Möchtest du deinem Text nochmals ganz neu begegnen?
Dann lies ihn laut!
Du wirst überrascht sein, wie zwingend dir nun gewisse Veränderungen entscheiden, die dir zuvor nicht in den Sinn kamen.
Besonders hilfreich ist dies für die stilistischer Ebene. Der Sprachrhythmus kommt durch das laute Lesen deutlich zur Geltung kommt.
Verfremde optisch deinen Text
Manchmal fällt es schwer, beim Überarbeiten Fehler zu erkennen. Unser eigener Text ist uns einfach schon zu bekannt.
Ändere die Schriftart, den Zeilenabstand oder den Zoomfaktor deines Textdokuments. Solch einfache Maßnahmen können manchmal dabei helfen, dass uns wichtige Details auffallen, die wir zuvor automatisch vor unserem inneren Auge korrigiert haben.
Druck deinen Text aus
Trotz aller Vorteile des Digitalen – die Vorteile des Analogen, Haptischen sollte man auch bei der Überarbeitung nicht unterschätzen. Manchmal hilft es, einen Text auf Papier in der Hand zu halten. Nun kannst du ganz klassisch mit einem Stift streichen, ergänzen, umstellen und vieles mehr.
Die spätere Übertragung ins Digitale mag mühsam anmuten. Bringen wir die Überarbeitung für bessere Texte so jedoch auf ein neues Level, hat sich der Aufwand gelohnt.
Kooperationen für bessere Texte
Um nachhaltig bessere Texte zu schreiben, solltest du kein Einzelkämpfer sein. Arbeite mit anderen Autoren zusammen und hol dir professionelle Unterstützung. So garantierst du langfristig deinen Schreiberfolg.
Besuche ein Schreibseminar
Ein gutes Schreibseminar bietet dir wertvollen Input und nutzt das soziale Setting für kreative gemeinsame Stunden. Hier tauscht du dich mit anderen Autoren aus und erhältst wertvolles Feedback. Nicht selten ergeben sich daraus auch langfristige Kooperationen.
Such dir eine Schreibgruppe
Nicht immer nur alleine schreiben, sondern auch mal mit anderen zusammen – das hat viele Vorteile. Du lässt dich inspirieren, bekommst wertvolles Feedback und tauscht dich zu den Hochs und Tiefs des Autorenlebens aus. Vor allem steigt durch das Miteinander häufig auch die Lust zu schreiben.
Finde Testleser für deine Bücher
Hold dir ein Feedback von Testlesern zu deinen Texten ein. Dies hilft dir, deinem Manuskript den letzten Schliff zu verleihen oder grundsätzliche Entscheidungen zu überdenken.
Was macht gute Testleser aus und wie findest du sie?
Gute Testleser geben dir ein wertschätzendes und zugleich ehrliches Feedback.
Das klingt vielleicht einfach, ist jedoch nicht ohne Weiteres selbstverständlich.
Entscheidend ist, dass deine Testleser wirklich Lust darauf haben, diese Aufgabe zu übernehmen. Frag in deinem Bekanntenkreis nach oder sieh dich im Netz in einschlägigen Foren um.
Wichtig: Du solltest nur Menschen als Testleser wählen, denen du auch vertraust.
Kläre im Vorfeld deine Erwartungen mit ihnen. Äußere Wünsche, wozu du dir vor allem eine Rückmeldung wünscht. Ein Katalog an Fragen kann dabei helfen, die Aufmerksamkeit deiner Testleser von Anfang an in die gewünschten Bahnen zu lenken.
Arbeite mit einem Schreibcoach zusammen
Manchmal braucht es beim Schreiben eines Buchs eine qualifizierte Begleitung. Diese hilft dabei, sich im Schreibprozess nicht zu verzetteln, regelmäßig Feedback zu bekommen und den Blick aufs Große-Ganze zu wahren.
Schreibcoaching ist hierfür eine großartige Möglichkeit. Ein kompetenter Schreibcoach kann deinen Schreibprozess positiv beeinflussen und steht dir bei wichtigen Entscheidungen zur Seite. So legst du eine wichtige Basis für bessere Texte.
Nutze Coworking für dein Schreiben
Auch ohne Schreibgruppe oder Schreibseminar kannst du davon profitieren, beim Schreiben nicht allein zu sein. Nutze die konzentrierte Atmosphäre von Coworking-Spaces für dich! Ach Bibliotheken sind dafür eine wundervolle Möglichkeit.
Das funktioniert sogar, wenn du dort keinen anderen kennst. Es kann ungemein motivieren, wenn auch andere in der Nähe konzentriert in ihre Aufgaben vertieft sind...
Arbeite mit einem Lektor zusammen
Für eine professionelle Veröffentlichung ist ein Lektorat Pflicht. Grobe Schnitzer werden ausgemerzt, mangelnde Stringenz im Großen und Kleinen wird rückgemeldet und du bekommst wertvolle Anregungen für eine Verbesserung des Schreibstils.
Wichtig: Kläre die Vorstellungen des Lektors zur Zusammenarbeit im Vorfeld und lass ihn zur Probe einige Seiten lektorieren, bevor du dich für ein großes Paket entscheidest.
So vermeidest du Enttäuschungen und unnötige Konflikte.
Technische Lösungen für bessere Texte
Schreibtipps und Technik - was hat das miteinander zu tun? Mehr als man auf den ersten Blick denken mag.
Technische Lösungen, die zu dir und deiner Schreibweise passen, ersparen dir viel Mühe und manchen Kampf gegen Windmühlen...
Finde die passende Autorensoftware
Selbstverständlich kannst du dein Buch mit einem klassischen Office-Programm schreiben. Ab einer gewissen Textlänge wird dies jedoch schnell unübersichtlich. Viele Programmfunktionen brauchst du nicht, andere werden dir fehlen.
Eine passende Software für Autoren verhilft dir zu einem angenehmeren Workflow. So nutzt du deine Schreibzeit effektiv.
Die eigentliche Schreibfunktion wird hier durch Tools zur Ideenfindung, Strukturplanung, Figurenentwicklung und Überarbeitung ergänzt. Entscheidend ist nicht allein, was das Programm alles kann. Wichtig ist auch, inwiefern dessen einzelne Bestandteile zu einem harmonischen Ganzen verbunden sind.
- Der Platzhirsch im deutschsprachigen Raum ist Papyrus. Ich kenne viele Autoren, die damit arbeiten und die Verknüpfung aus Planung, Schreibfokus und Überarbeitungstools schätzen.
- Günstigere Alternativen, die sich ebenfalls seit vielen Jahren bewährt haben, sind Scrivener und yWriter.
- In den letzten Jahren sind weitere Anwendungen wie DramaQueen oder Seite 1 zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz geworden.
Eine pauschale Empfehlung, welche Software du nutzen solltest, ist wenig hilfreich. Die Wahl sollte von deiner Persönlichkeit, deiner Erfahrung, deinem Schreibprojekt und deinem Budget abhängen. Es empfiehlt sich, Probe- oder Demoversionen auszuprobieren und dich dann erst für ein Programm zu entscheiden.
Behalte die Vorteile analogen Schreibens auf dem Schirm
Es gibt so viele Möglichkeiten digitalen Arbeitens und diverse Endgeräte und Tools sind zu einem überaus gebräuchlichen Bestandteil des Alltags geworden. Da vergessen manche, wie einfach und erschwinglich, effektiv und lustvoll es ist, einfach nach Zettel und Stift zu greifen und loszulegen.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Es gibt keine Ausreden mehr, dass du irgendwas Bestimmtes brauchst, um mit deinem Schreibprojekt anzufangen.
- Dein Arbeitsgerät ist im Gegensatz zu den meisten digitalen Tools ablenkungsfrei.
- Die analoge Haptik, wenn du von Hand schreibst, bringt für viele ein besonderes Maß an Präsenz und Achtsamkeit mit sich.
- Das Etablieren deines Schreibflusses durchs Freie Schreiben fällt vielen leichter als beim Tippen.
- Du brauchst keinen Strom.
Nutze digitale Kreativtools
Auch wenn analoges Arbeiten häufig unterschätzt wird, bieten digitale Tools Vorteile, auf die du nicht zu verzichten brauchst. Erschaffe dir einen Workflow, der analoge und digitale Arbeitsweisen effektiv miteinander verknüpft.
Mit digitalen Kreativtools erschaffst du mit wenigen Klicks anspruchsvolle Grafiken, sammelst Ideen, kombinierst Stichpunkte miteinander, modifizierst Strukturen so oft du möchtest, speicherst unterschiedliche Versionen ab, greifst jederzeit und an jedem Ort auf deine Projekte zurück und arbeitest daran weiter.
In Schreibsoftware wie Papyrus, Scrivener oder DramaQueen sind bereits hilfreiche Kreativtools integriert. Vielleicht arbeitet du jedoch beruflich ohnehin mit Kommunikationstools wie Zoom oder Grafiktools wie Canva. Dann nutze die dort integrierten Werkzeuge auch für deine Schreibprojekte!
Oder du suchst für eine einzelne Anwendung wie Brainstorming, Timelines oder Strukturskizzen eine spezifische Anwendung, die hierfür ideal ist.
Erschaffe dir so nach und nach ein Setting, das dein Schreiben auf bestmögliche Weise unterstützt!
Diktier deine Texte
Der technische Fortschritt hat so manche Möglichkeit in unser Leben gebracht, die vor einigen Jahren noch illusorisch erschien. Erschwingliche Apps wie Schreib mit Stimme verwandeln gesprochene Sprache in Text.
Dies bringt Abwechslung in deinen Workflow und schont deinen Rücken: Du sitzt nicht mehr die ganze Zeit am Schreibtisch. Vielmehr kannst du auch mal durch den Garten spazieren und einen Erstentwurf einsprechen.
Sammle deine Ideen systematisch
Zu manchen Zeiten sprudeln wir nur so vor Ideen. Manchmal tut sich eine Ödnis der Einfallslosigkeit auf oder es droht gar eine Schreibblockade.
Manchmal haben wir auch schlichtweg keine Zeit, müssen jedoch liefern: einen Newsletter, einen Blogartikel, eine Buchidee.
Sammle in kreativen Zeiten Ideen, Lebens- und Leseeindrücke so wie Eichhörnchen Nüsse. Verwahre sie an einem sicheren Ort, an dem du zum richtigen Zeitpunkt darauf zurückgreifen kannst. Nach und nach entsteht so ein Ideenschatz von unschätzbarem Wert.
Hier kommen drei Tools, die dir dabei helfen:
- Das kostenfreie Programm Zettelkasten ist dem berühmten Zettelkasten von Niklas Luhmann nachempfunden. Ab einer gewissen Größe stellt es spannende Querverbindungen her, die dich zu neuen Ideen inspirieren.
- In Citavi hältst du Leseeindrücke und Zusammenfassungen fest und fügst auf einfache Weise Bezüge und Zitate in dein Buchprojekt ein.
- Mit OneNote sammelst du zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort Notizen und organisierst diese auf kreative Weise
Gestalte deinen Umgang mit Sprachmodellen bewusst
Für viele Autoren ist das Nutzen von Sprachmodellen nicht mehr aus ihrer Arbeit wegzudenken. Diese können das Verfassen von Artikeln, Geschichten oder ganzen Buchprojekten um ein Vielfaches beschleunigen.
Doch Vorsicht: Diese Praxis bringt auch viele Nachteile mit sich!
Acht unter Anderem auf folgende Punkte:
Welches sind wirklich deine Überlegungen und Überzeugungen und welche stammen von der KI? Die Unterscheidung fällt manchmal nicht leicht.
Das Nutzen von KI kann zu Denkfaulheit führen und die wichtigste Ressource beschädigen, über die du als Autor verfügst: deine Kreativität.
Selbst, wenn kein Text genau wie der andere ist, agiert eine KI doch nach bestimmten Prinzipien. So lesen sich die entstandenen Texte dann auch häufig ähnlich.
Sprachmodelle wurden und werden mit Werken trainiert, die von Menschen erschaffen wurden.
Deshalb wird den Verantwortlichen häufig der Raub geistigen Eigentums unterstellt. Kläre für dich, ob und inwiefern du Sprachmodelle für dein Schreiben nutzen möchtest.
Finde für dich eine Lösung, die weder deine Kreativität noch deine Integrität als Autor beschädigt.
Mehr lesen, um bessere Texte zu schreiben
Nicht allein durchs Schreiben lernen wir, bessere Texte zu schreiben. Auch das Lesen ist hierfür essentiell.
Welche Haltung ist hierbei hilfreich?
Welche Lektüre kann besonders wertvoll sein?
Und wie solltest du dabei am besten vorgehen?
Das erfährst du im Folgenden!
Erkenne deine Position auf der Schulter von Giganten
Wenn wir schreiben, tun wir dies nie im luftleeren Raum. Vielmehr stehen wir mit unseren Texten in Beziehung zu all dem, was bereits einmal geschrieben wurde. Mach dir dies bewusst und du erlangst Zugang zur Tiefenstruktur deiner Texte!
Indem du bestimmte Ausdrücke, Bilder, Figuren, Motive oder Gedanken aufgreifst, bildest du immer auch Referenzen auf bereits Geschriebenes. Selbstverständlich kannst du nicht einmal annähernd erahnen, welch vielfältige Verbindungen hierbei entstehen. Doch du kannst dieses Deutungspotential deiner Texte gezielt nutzen, indem du sowohl gezielt als auch intuitiv auf andere Texte verweist. Voraussetzung hierfür ist eine intensive Recherche- und Lektürepraxis, die dein eigentliches Schreiben begleitet.
Analysiere deine Lektüren
Mit dem einfachen Lesen ist es nicht getan, um das volle Potential deiner Lektüren auszuschöpfen. Effektiver ist es, wenn du das Gelesene analysierst, in Beziehung zu anderen Texten setzt, hinterfragst, mit anderen Lesern diskutierst und kommentierst. So dringen deine Leseerfahrungen tiefer ein und du findest Erklärungen für manche Wirkungen, die der Text bei dir erzielt hat!
Dies macht es leichter, deine Erkenntnisse und Erfahrungen intuitiv für dein eigenes Schreiben zu nutzen...
Führe ein Lesetagebuch
Was wir lesen ist häufig schnell wieder vergessen. Das ist mehr als schade, möchtest du mit deinen Lektüren dein Schreiben befördern und so bessere Texte schreiben.
Das Führen eines Lesetagebuchs hilft dabei, deine Leseeindrücke nachhaltiger auf dein Schreiben einwirken zu lassen.
Doch was könnte in einem Lesetagebuch stehen und wozu genau soll es gut sein?
Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Hier kommen drei konkrete Beispiele:
Kurze Inhaltsangaben zu Romanen schulen dein Gespür für Dramaturgie
Das Notieren eindrücklicher Textstellen oder Zitate hilft dir dabei, diese später in eigenen Texten wieder aufzugreifen.
Eine Liste gelesener Bücher, ergänzt um kurze Leseeindrücke, ermöglicht es dir, deine Leseerfahrungen nachhaltiger in dein Schaffen einzubinden.
Leg eine Schatzsammlung aus Formulierungen an
Besonderes Augenmerk beim literarischen Lesen sollte auf der Schreibweise liegen. Triffst du hier auf außergewöhnlich gelungene Formulierungen, so lass sie dir nicht entgehen. Lies mit dem Stift in der Hand und unterstreiche sie. Leg dir einen Zitat-Fundus an. Integriere diesen in deine Materialsammlung für ein bestimmtest Projekt oder in deinen Zettelkasten (siehe auch technische Lösungen).
Es geht nicht darum, die Formulierungen anderer zu kopieren, sondern sie
- aufzugreifen und zu modifizieren
- mit ihnen zu spielen
- sich von ihnen zu eigenen sprachlichen Höhenflügen inspirieren zu lassen.
Hör dir Bücher an
Unsere Lesezeit ist beschränkt. Kaum jemand kann sich beruflich ausschließlich dem Schreiben widmen. Und selbst wenn, gibt es meist noch eine lange Liste familiärer und privater Aufgaben und Herausforderungen, die deine Energie und Zeit absorbieren.
Schon einmal über Hörbücher nachgedacht. Durch sie kannst du während des Autofahrens, Kochens oder Spazierengehens den Worten anderer lauschen.
Lesen und Hören ist sicherlich nicht das Gleiche. Die Lektüre ermöglicht es dir, einen genaueren Eindruck der Textstrukturen zu erlangen. Doch auf klanglicher, rhythmischer Ebene wiederum bietet das Hören von Büchern eindeutig einen privilegierten Zugang. Kombiniere das Lesen und Hören von Büchern miteinander und verbinde das Beste aus zwei Welten.
Informiere dich über den Literaturkanon
Es gibt nicht den einen verbindlichen Literaturkanon. Vielmehr gibt es unterschiedliche Auffassungen, was du gelesen haben musst. Einige Zusammenstellungen bieten dir jedoch auf ganz wundervolle Weise Anstöße für deine eigenen Leselisten.
Hier ein paar Beispiele:
- Traudl Büngers Die Romantherapie verknüpft das Lesen von Romanen mit konkreten Lebenslagen und ist so nicht nur Literaturkanon sondern zugleich ein Lebensratgeber.
- Sabine Grieses Die Leseliste bietet einen Überblick über Meilensteine der Weltliteratur.
- Dennis Schecks Schecks Bestsellerbibel bietet spannende Anregungen zu der Frage, was eigentlich gute Literatur ausmacht.
Zieh die passenden Schreibratgeber hinzu
Schreibratgeber können dich dabei unterstützen, dein Schreiben weiterzuentwickeln. Wichtig ist jedoch, dass du hier nicht wahllos vorgehst. Vielmehr solltest du an deinen größten Baustellen ansetzen, um maximal von deiner Auseinandersetzung zu profitieren.
Verschaff dir also einen Überblick über das Angebot und entscheide dich erst dann für die passende Lektüre.
Des Weiteren geht es nicht allein ums Lesen. Ausprobieren ist gefragt!
Nur wenn du die vorgeschlagenen Methoden und Techniken über einen längeren Zeitraum hinweg in die Tat umsetzt, kannst du ihre Wirksamkeit beurteilen und zu einem Teil deines eigenen Schreibprozesses machen.
Gründe einen Lesekreis
Bleib beim Lesen nicht allein. Tausch dich lieber mit anderen aus!
Ein Lesekreis kann dazu eine wundervolle Möglichkeit sein … Ihr vereinbart eine gemeinsame Lektüre und trefft euch ein paar Wochen später wieder, um darüber zu reden.
- Haben andere ähnliche Eindrücke?
- Oder sehen sie manches ganz anders?
- Was hat an dem Text deiner Meinung nach funktioniert?
- Und wie sehen das die anderen?
- Kommt ihr zu einem gemeinsamen Urteil oder zu grundsätzlich anderen Einschätzungen?
Diese und ähnliche Fragen helfen euch dabei, gemeinsam zu analysieren, zu interpretieren und eure Lektüre in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Auf lange Sicht hilft euch dies dabei, bessere eigene Texte zu schreiben!
Dein Autorenleben
Das Verfassen besserer Texte fängt nicht erst beim Schreiben an. Es gibt jede Menge drumherum, das du berücksichtigen solltest. Manch ein Schreibtipp erübrigt sich wie von selbst, wenn du die folgenden Tipps für ein erfolgreiches Autorenleben in die Tat umsetzt
Entwickle einen systemischen Blick
Autor werden sowie bessere Texte und Bücher schreiben ist eine ganzheitliche Angelegenheit. Mit dem Schreiben allein ist es nicht getan.
Deine gesamte Lebensführung hat einen Einfluss auf die Qualität deiner Texte!
Richte deinen Blick entsprechend auf deine Tagesgestaltung:
- Was daran ist deinem Schreiben zuträglich?
- Wovon bleibt es unberührt?
- Wo siehst du Hürden und Hindernisse?
Indem du das Zusammenwirken der einzelnen Elemente deines Lebens erkennst, erschaffst du dir eine wichtige Basis für nachhaltige Veränderungen. Nun kannst du beginnen, dein Autorenleben so zu gestalten, dass du nach und nach bessere Texte schreibst.
Etabliere den für dich passenden Ausgleich
Texte und Bücher schreiben geht mit geistiger und körperlicher Anstrengung einher. Ebenso wichtig für einen nachhaltigen Schreiberfolg wie eine starke Schreibroutine ist der passende Ausgleich.
Sorge für genügend geistigen Input. So bleibst du in deinem Denken, in deiner Assoziationskraft, deinen Inhalten und deiner Ausdrucksweise immer frisch.
Hilfreich sind dafür gute Gespräche, spannende Bücher, der Besuch kultureller Veranstaltungen und inspirierende Filme.
Achte auch auf deine körperlichen Bedürfnisse. Neben genügend Schlaf, gutem Essen und frischer Luft ist hier vor allem ausreichend Bewegung ein zentraler Baustein.
Ich habe Körper und Geist gerade einzeln aufgeführt Dies ist allein der Übersichtlichkeit geschuldet. Alle genannten Aspekte des einen haben ihrerseits wieder Einfluss auf den anderen Bereich.
Freunde dich mit deinen Selbstzweifeln an
Ich kenne keinen Menschen, der beim Schreiben nicht ab und an unter Selbstzweifeln leidet. Der Wunsch, diese mögen ein für allemal verschwinden, ist jedoch zum Scheitern verurteilt. Hilfreicher ist es, einen Umgang mit Selbstzweifeln zu etablieren, der dich nicht in deinem Schreiben behindert.
Selbstzweifel können ein Grundrauschen bilden, welches hin und wieder kommt und geht. Eine gewisse Toleranz gegenüber diese Gefühlslage hilft.
Selbstzweifel können jedoch auch ein Indikator dafür sein, dass gerade etwas gehörig schief läuft. Dies kann sich auf das konkrete Schreibprojekt oder deinen Umgang mit deinem Schreiben im Allgemeinen beziehen. Dann solltest du den Ursachen oder Auslösern nachgehen und konkrete Maßnahmen ergreifen, um wieder Sicherheit zu erlangen.
Es ist eine Kunst, zwischen beiden Bereichen zu unterscheiden. Manchmal braucht es den Blick von außen, etwa im Schreibcoaching, um sich hier besser zu verstehen und hilfreiche Schritte einzuleiten.
Betrachte Kreatives Schreiben als Handwerk
Mittlerweile hat es sich herumgesprochen: Kreatives Schreiben kann man lernen.
Und doch: Der Genie-Gedanke ist immer noch verbreitet!
Du weißt schon: die Vorstellung, du wirst von der Muse geküsst und daraufhin fließt der Text einfach so, ohne Weiteres aus dir heraus. Du musst nichts weiter tun, als dich hinzusetzen und zu schreiben.
Manchmal hält sich dieses Bild, obwohl wir eigentlich genau wissen, dass das so nicht funktionieren kann. Aber zahlreiche Filme und Bücher haben zu dieser Vorstellung beigetragen.
Selbst, wenn ein Buch nur so aus einem herausfließen sollte – im Vorfeld hat der Autor viel dafür getan, dass er heute dazu in der Lage bist.
Kreatives Schreiben ist zu weiten Teilen ein Handwerk, das du erlernen kannst. Sag dir das immer wieder, bis du diese Einsicht verinnerlicht hast! Dies wird einen immensen Effekt auf deine Haltung, auf deine Schreibroutine und deinen Schreiberfolg haben!
Sprich mit anderen über dein Schreiben
Möchtest du bessere Texte schreiben, so solltest du über das Schreiben mit anderen reden. Dies hilft dabei, das Gelernte zu verinnerlichen und neue Perspektiven auf Herausforderungen zu erlangen.
Manch unbewusste Einsicht wird erst deutlich, indem wir sie zur Sprache bringen. Und manch ein Vorurteil wird durch die Überlegungen anderer in Frage gestellt.
Doch Vorsicht: Nicht alle Menschen sind als Gesprächspartner gleichermaßen geeignet …
Besuch spannende Veranstaltungen
Der Literaturbetrieb besteht nicht allein aus dem Lesen im stillen Kämmerlein. Sieh dich nach interessanten Buchmessen, Barcamps oder Lesungen um. Dort kannst du mit anderen Autoren ins Gespräch kommen und dich für dein eigenes Schaffen inspirieren lassen...
Behalte dein Schreiben für dich
Überlege dir gut, mit wem du über dein Schreiben sprichst. Leicht kann es passieren, dass Menschen wenig Verständnis für dein Vorhaben haben, nichts mit dem Thema anfangen können oder sich gar darüber lustig machen.
Umgib dich entsprechend mit Menschen, bei denen du auf offene Ohren stößt. Überlege dir genau, wann du dazu bereit bist, über ein Schreibprojekt zu sprechen. Um bessere Texte zu schreiben, müssen wir manchmal erst eine Weile mit einer Idee schwanger gehen oder gar einen kompletten Erstentwurf im Geheimen schreiben. Häufig ergibt es erst im nächsten Schritt Sinn, deine Ideen mit anderen zu teilen.
Schreib über dein Schreiben
Wenn du nicht mehr weißt, wo dir beim Schreiben der Kopf steht, dann schreib darüber. Wenn du unter Schreibblockaden leidest, schreib darüber. Wenn du tausend Ideen hast, aber nicht verstehst, wie sie zusammen passen, schreib darüber.
Praktiziere das Freie Schreiben, um über ein Projekt, eine Herausforderung oder eine literarische Figur zu reflektieren. So lässt du keine Stagnation aufkommen, sondern bleibst wach und entwickelst dich weiter.
Praktiziere Schreiben im Kopf
Nicht nur, wenn du schreibst, kannst du etwas für bessere Texte tun. Nimm dein Projekt im Kopf mit dir mit!
Denk beispielsweise auf einem Spaziergang über deinen Plot, deine Figuren, die hauptsächlichen Themen oder Fragestellungen nach. Oder sorge einfach dafür, dass genügend freie Zeiträume bestehen, in denen du dich nicht mit anderen Dingen beschäftigst.
Bist du im Allgemeinen auf den Erfolg deines Buchprojekts fokussiert und setzt konsequent deine Schreibphasen um? So wirst du in diesen freien Zeiträumen im Kopf ganz automatisch an deinen Texten und Formulierungen weiterarbeiten.
Tag für Tag bessere Texte schreiben...
Das Ziel, bessere Texte zu schreiben, erreichst du nicht von heute auf morgen.
Auf der Basis eines starken Schreibflusses, einer effektiven Schreibroutine und eines fruchtbaren Autorenlebens gilt es, sich Tag für Tag zu steigern!
Konzentriere dich zuerst auf die Hauptbaustelle deines Schreibens. Sobald du hier ein Stück weitergekommen bist, nimmst du das nächste Thema in die Hand. So arbeitest du kontinuierlich an deinem Schreiberfolg, ohne dabei unterwegs frustriert aufzugeben.
Immer Weiterschreiben … - vielleicht ist das der wichtigste Tipp!
Fehlt ein wichtiger Schreibtipp für bessere Texte?
Teile ihn in den Kommentaren!
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Einen Kinderroman rausbringen – mit Benjamin Döhrer (Podcast Episode 146)
Einen Kinderroman rausbringen - viele träumen davon! Doch nur wenigen gelingt es, dies tatsächlich in die Tat umzusetzen...
- Was gilt es dabei zu beachten?
- Welche Hürden und Hindernisse gibt es hier?
- Wie überwindest du sie und bringst das Projekt zum Erfolg?
All dies erfährst du in diesem Gespräch mit Benjamin Döhrer!
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Shownotes
Benjamin Döhrer...
ist Familienvater, Flugzeugmechaniker und Lehrer für Sport und Maschinenbau sowie begeisterter Geschichtenerfinder.
Das Buchprojekt Alemannenkinder...
ist ein Schwarzwald-Abenteuer für Kinder und Erwachsene. Alle Infos dazu findest du hier: alemannenkinder.de
In unserem Gespräch geht es u.a. um
- den Antrieb einen Kinderroman zu schreiben
- die Lust zu schreiben und die Schreibmotivation
- die Herausforderung eine gute Idee zu finden
- die Hürden des Romanschreibens und Möglichkeiten, diese zu meistern
- Hilfestellungen, um immer weiter zu schreiben
- einen guten Schreibstil für den Kinderroman
- die Herausforderung, den Kinderroman selbst herauszubringen.
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Erfolgreich mit BookTok – mit Tabea Grunert (Podcast Episode 141)
Mit Kurzvideos deine Leser erreichen - ein unerfüllbarer Traum oder eine riesige Chance?
Eine der erfolgreichsten BookTokerinnen Deutschlands erzählt, worauf es wirklich ankommt!
Shownotes
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Tabea Grunert...
Tabea hat seit drei Jahren ihr Hobby Lesen zum Beruf gemacht und ist heute Buchbloggerin auf YouTube, Instagram und Tiktok.
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- Hier geht es zu ihrem Instagram-Kanal
- Hier geht es zu ihrem Tik-Tok-Kanal
Wichtige Themen aus dem Gespräch
- Worauf es bei guten Kurzvideos ankommt
- Weshalb Kurzvideos etwas für Autoren sind
- Welche Alternativen es gibt, wenn du dein Gesicht nicht zeigen willst
- Wie du besser darin wirst, gute Kurzvideos zu produzieren
- Welches die Schattenseiten sind und wie du sie hinter dir lässt
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Lustig schreiben – 10 exzellente Methoden!
Lustig schreiben können – was für eine großartige Fähigkeit! Humor lässt das Eis schmelzen, erzeugt gute Laune und Intimität.
Du kannst ihn in vielen Bereichen für dich nutzen:
- Beim Geschichtenschreiben
- Beim Romanschreiben
- Beim Gedichteschreiben
- Beim Schreiben von Kurzgeschichten
- Beim Werbetexten
- Beim Autorenmarketing
- Beim Ratgeber- und Sachbuchschreiben
Bloß: Wie genau klappt es, lustig zu schreiben?
Und wie vermeidest du es, lustig schreiben zu wollen, aber dabei nicht lustig zu sein?
Lerne mit den folgenden 8 Methoden auf spielerische Weise, wie es dir gelingt lustig zu schreiben!
Probiere die ein oder andere aus und teile dein Ergebnis in den Kommentaren – ich bin gespannt!
Lustig schreiben an konkreten Beispielen lernen
Abstrakt darüber schreiben, wie man lustig schreibt, ist absurd.
Was wir brauchen sind Beispiele!
Mit ihnen fällt es leichter, die vorgestellten Methoden anzuwenden. Das folgende, klassische Märchen-Topos soll uns als Ausgangspunkt dienen. Später versuchen wir, es auf unterschiedliche Weise humoristisch auszuschmücken...
Seit ihrer Kindheit wusste sie, dass eines Tages ein Prinz kommen, sie aus ihrem kläglichen Dasein erlösen und zur Frau nehmen würde. Ein Kind war sie schon lang nicht mehr, doch ihr Dasein war immer noch kläglich. Und nun kam er angeritten auf seinem weißen Pferd. Das Herz schlug ihr bis zum Hals und sie stürmte aus dem Tor. (…)
Erwartungen wecken – Erwartungen brechen
Wir stellen uns auf eine Sache ein, doch dann kommt es ganz anders.
Die Erleichterung, Verwunderung oder Erheiterung bricht sich durch Lachen Bahn:
- Wir erwarten, dass etwas Furchtbares passiert. Doch dann geschieht etwas total Harmloses.
- Wir befürchten, dass jemand gleich etwas Peinliches macht. Doch dann zeigt er uns, dass er uns getäuscht hat.
- Wir gehen davon aus, dass es so läuft wie meistens. Doch dann passiert etwas derart Ungewöhnliches, dass es komisch wirkt.
Ein echter Traumprinz!
Wie könnte dieses Verfahren am Beispiel unseres Prinzen aussehen?
Er tätschelte den Schimmel und schwang sich herab. Eine bittersüße Wolke umschwebte ihn, als er näher kam. Er fiel auf die Knie und senkte sein braun gelocktes Haupt, um ihre Hand zu küssen. Dann erhob er sich und blickte ihr in die Augen. Die Luft um sie herum knisterte und er sprach seine magischen Worte: „Hol mir mal ne Flasche Bier, bevor ich verdurste!“
Der Beginn lässt uns glauben, wir hätten es mit einem Traumprinzen zu tun. Doch sobald dieser vermeintliche Schwiegermutterliebling den Mund aufmacht, entpuppt er sich als Widerling …
Mögliche Varianten
Erwartungen wecken und enttäuschen bedeutet meist, ein Cliché aufzurufen und es mit einem anderen zu brechen. Doch dies kann auch noch anders gelingen.
Hier ein paar Beispiele, die nichts mit unserem Prinzen zu tun haben:
- Angst entstehen lassen und sie in Wohlgefallen auflösen. (Die furchtbare Nachricht, nach der sein Leben nie mehr so sein sollte, wie zuvor, erreichte ihn um 15:32 Uhr. In China war ein Sack Reis umgefallen.)
- Einen Sachverhalt negieren und ihn kurz darauf bestärken, indem man ihn ins Extreme kehrt. (Sie war nicht aufgeregt. Sie war die Nervosität in Person.)
- Etwas ankündigen und daraufhin das Gegenteil tun. (Als er nach Hause kam, tat er etwas, was die Welt zuvor noch nicht erlebt hatte. Er schloss die Tür auf und sagte seiner Frau «Hallo», so wie jeden Tag.)
Lustig schreiben mit Wortspielereien
Mit Worten spielen kann vieles bedeuten, z.B.
- sich deren Bedeutung zu Nutze machen
- deren Klang aufgreifen
- die Struktur von Wörtern oder Sätzen für Spielereien nutzen.
Doch wie können Wortspiele ganz konkret funktionieren, um lustig zu schreiben?
Mit Reimen spielen
Ein Beispiel dafür, die lautliche Erscheinung von Wörtern aufzugreifen, bilden Reime. Sie lasen sich als Binnen- oder Endreime in einen Text einbauen. So wird eine ganz eigene Komik erzeugt.
Zurück zu unserem Prinzen:
Dieser Prinz war ein Pimpf! Sie blickte nicht zu ihm auf, denn er ging ihr nur bis zum Bauch. Sein Gesicht war nicht schön, sondern unangenehm. (…)
Weitere Wortspielereien, um lustig zu schreiben
Was Wortspiele sind und was nicht, ist nicht klar voneinander abgegrenzt. Im Grunde genommen lassen sich immer neue erfinden, indem du die klangliche, rhythmische oder semantische Beschaffenheit von Wörtern aufgreifst, variierst, kontrastierst usw.
Hier ein paar weit verbreitete Arten der Wortspielerei, welche sich wundervoll nutzen lassen, um lustig zu schreiben:
- Nutze Homophone, also gleich klingende Wörter, die etwas anderes bedeuten: Der Mann setzte sich auf eine Bank, statt eine zu überfallen.
- Kombiniere Wörter miteinander und erschaffe so ein ganz neues: Framping an der Côte d’Azur oder Hotalienurlaub in der Toskana? Weder noch. Dieses Jahr stand Glamponien an – also Glamping auf Balkonien!
- Nutze Polysemie, also die Mehrfachbedeutung von Wörtern: «Du solltest das Gebäude umfahren und nicht versuchen es umzufahren!», kreischte die Frau ihren Mann an, als es krachte.
Lautmalerei als humoristisches Mittel
Lautmalerei, auch bekannt als Onomatopoesie, ist nicht per se komisch. Sie eignet sich jedoch dafür, lustig zu schreiben, wenn man sie ins Extrem treibt …
Der Prinz als Audioerlebnis im Kopf
Es folgt nun ein Versuch, unserem Prinzen und unserer Dame etwas mehr klangliche Präsenz zu verleihen. Und zwar so viel, dass es ziemlich komisch wirkt:
Die Hufen klackerten, als der Schimmel auf den Hof stob. Pock, pock, pock, machte ihr Herz in atemberaubendem Tempo und in ihrem Kopf machte es Klick: Das war er! Ihr Prinz! Als sich ihre Blicke trafen, knisterte es. Er öffnete den Mund und säuselte: (…)
Nutze bekannte Beispiele der Lautmalerei
Lautmalerei ist nicht gleich Lautmalerei. Es gibt Verben wie summen oder brummen, in denen eine lautmalerische Komponente neben der Wortbedeutung besteht. Und es gibt rein lautmalerische Ausdrücke, die kein Wort im eigentlichen Sinn sind wie Brrr, Roarrr oder Tschiu. Einige von ihnen sind mit der Zeit zu Wörtern geworden wie Miau, wusch oder zack.
Du musst bei der Lautmalerei das Rad nicht neu erfinden. Aber du kannst es versuchen.
Greif typische lautmalerische Ausdrücke aus unterschiedlichen Bereichen auf. Variiere sie, entwickle sie weiter und stell ihnen neue Erfindungen zur Seite:
Tiere
- Der Hahn macht kikeriki
- Die Kuh muht
- Die Katze miaut
- Vögel zwitschern, piepsen und krächzen
- Der Frosch quakt
Naturgeräusche
- Wasser plätschert und rauscht
- Der Wind rauscht in den Bäumen und heult
- Das Feuer knistert und prasselt
- Der Regen tropft und prasselt
- Der Donner grollt
Alltagsgeräusche
- Die Uhr macht ticktack
- Türen knarren
- Motor röhren und brummen
- Telefon piepsen und klingeln
- Wir knabbern und schmatzen beim Essen
Ironie verstehen und anwenden lernen
Ironisch schreiben bedeutet, das eine zu sagen und das Gegenteil davon zu meinen.
Was hat das mit Humor zu tun?
Die Leser müssen beim Dechiffrieren von Texten einiges leisten. Zuerst ist da die wortwörtliche Bedeutung.
Doch da die Äußerungen in einem bestimmten Kontext stattfinden – sei es der Kontext deines Textes, sei es ein gewisses Allgemeinwissen – geschieht beim Lesen eine Umdeutung. Je gewagter diese Lücke ist, umso größer ist das Potential, dass beim Dechiffrieren des Eigentlichen Komik entsteht.
Ironisch über Texte schreiben
Blicken wir einmal auf unseren Beispieltext.
Dieser ließe sich in ironischer Weise wie folgt kommentieren:
Ein Prinz auf einem weißen Pferd – was für eine ausgefallene Idee! Ich bin mir sicher, damit gewinne ich den Nobelpreis. Und alle Leser werden denken: Wow, dieser Andreas Schuster hat endlich mal eine wirklich neue Geschichte erzählt!
Ironie innerhalb von Geschichten
Ironie lässt sich auch direkt in fiktionale Geschichten integrieren.
Eine verbreitete Möglichkeit besteht darin, deine Erzählstimme mit einer ironischen Note auszustatten. Bei der Erzählperspektive bietet sich hier v.a. der Ich-Erzähler oder der auktoriale Erzähler an. Blicken diese auf gebrochen ironische Weise auf die von ihnen erzählte Geschichte, so sollte dies auch im Text erlebbar werden.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, deine Figuren mit einer gehörigen Portion Ironie auszustatten.
Nehmen wir einmal an, die Frau reagiert entsprechend auf unseren wenig romantischen Prinzen wie folgt:
„Hol mir mal ne Flasche Bier, bevor ich verdurste!“, knurrte der Prinz.
Was für eine romantische Begrüßung, dachte sie. So ein charmanter Auftritt ist zuvor sicherlich noch nie einem Prinzen geglückt.
Situationskomik einbauen
Auch bei der Situationskomik werden Erwartungen geweckt und gebrochen. Jedoch eher durch äußere Ereignisse, mit denen die handelnde Figur zuvor nicht gerechnet hat, weniger durch ihre Intention.
Wie kann das konkret bei unserem Prinz funktionieren?
Peinlichkeiten wagen, um lustig zu schreiben (H3)
Lassen wir etwas geschehen, womit weder der Prinz noch die Frau gerechnet haben. Was könnte die potentiell romantische Situation auf unvorhersehbare Weise zerschreddern?
Mal sehen …
Er tätschelte den Schimmel, schwang sich herab und ging vor ihr auf die Knie. Im selben Moment erklang ein Furz aus dem geöffneten Klofenster ihrer Behausung.
Klassische Beispiele für Situationskomik
Auch bei der Situationskomik muss man das Rad nicht neu erfinden.
Doch Vorsicht: Sei dir dessen bewusst, dass viele der folgenden typischen Mittel clichéhaft wirken können. Variiere sie, kombiniere sie miteinander, mache das, was funktioniert, aber auf möglichst neue Weise!
Klassische Beispiele für Situationskomik, die du nutzen kannst, um lustig zu schreiben:
- Der Sturz: Ein Charakter stolpert oder rutscht aus, z.B. auf einer Bananenschale.
- Das Missverständnis: Zwei Personen reden aneinander vorbei.
- Die Verwechslung: Ein Charakter wird für jemand anderen gehalten, was zu verrückten Situationen führt.
- Der unerwartete Gast: Ein Besucher taucht zur ungünstigsten Zeit auf und sorgt für Chaos.
- Der technische Defekt: Ein Gerät versagt genau im falschen Moment.
- Die peinliche Begegnung: Ein Charakter trifft seinen Partner oder Ex-Partner in einer ungünstigen Situation.
- Ironie des Schicksals: Genau das, was eine Figur am meisten befürchtet, tritt ein.
- Unpassende Reaktionen: Ein Charakter reagiert völlig übertrieben auf eine Situation.
Witzige Figuren erschaffen, um lustig zu schreiben
Figurenentwicklung ist beim Kreativen Schreiben und beim Geschichtenerzählen allgemein ein großes Ding. Zu einer wirklich fesselnden, interessanten Figur gehört also einiges mehr, als komisch zu sein.
Doch solltest du über lebendige Figuren verfügen, kannst du sie mit relativ wenig Aufwand komischer und damit unterhaltsamer gestalten. Und dies bietet eine gute Basis für lustige Texte …
Was macht witzige Figuren aus?
Du hast unterschiedliche Möglichkeiten, deine Figuren humorvoll zu gestalten. Sowohl äußere als auch innere Eigenschaften spielen hier eine Rolle. Denk an ihr Handeln im Roman, aber lass auch ihre Vorgeschichte nicht außer Acht.
Konkrete Ideen können sein:
- Verpasse deiner Figuren einzelne Eigenschaften, die nicht so recht zueinander passen.
- Dichte deiner Figur ungewöhnliche Verhaltensweisen an, mit denen sie immer wieder aneckt und für Situationskomik sorgt.
- Verpasse deiner Figur eine gehörige Portion Humor. Diesen sollte sie in ihren Taten und Äußerungen unter Beweis stellen.
Der Prinz als Witzfigur
Wie könnte in unserem Beispiel eine witzige Figur gestaltet sein?
Schauen wir uns mal an, wie der Prinz als Witzfigur agieren könnte:
Als er näher kam, betrachtete sie ihn genauer.
Wie sah der denn aus?
Er hatte zwar eine Rüstung an, doch sein Kopf steckte in einem Fahrradhelm. Sein Schild glänzte edel, doch was war das da in seiner Hand? Sicher kein Schwert. Sah eher aus wie eine Banane.
Metaphern nutzen für mehr Humor
Es gibt es nichts Schlimmeres als schräge Metaphern. Knapp vorbei ist auch vorbei. Du versuchst dich an einer bildhaften Sprache. Doch das Bild, das entsteht, ist ein Zerrbild dessen, was du eigentlich beschreiben willst.
Schräg bedeutet in diesem Fall also, dass die Bildhaftigkeit nicht so recht zu der beschriebenen Situation passt.
Der Versuch, etwas ganz besonders gut zu formulieren, fliegt so wie ein Bumerang zurück.
Doch gezielt eingesetzt können schräge Metaphern eine ganz eigene Komik entfalten. Und damit genau das sein, wonach du suchst …
Schräge Metaphern im Mund des Prinzen
Stellen wir uns z.B. vor, unser Traumprinz verwendet schräge Metaphern und wirkt dadurch (vermutlich unfreiwillig) komisch.
Er öffnete den Mund und sprach seine magischen Worte: «In meiner Brust schlägt ein Wünschelrute, der ich gefolgt bin. Du bist die Wasserader, die meinen Liebesdurst stillt!»
Clichéhafte Metaphern, um lustig zu schreiben
Nicht nur schräge Metaphern können lustig wirken. Auch der exzessive Einsatz von Metaphern, die wir schon tausendmal gehört haben, kann Komik erzeugen.
Die Herausforderung, besondere Metaphern zu finden, wird hier bewusst in ihr Gegenteil verkehrt …
Der Prinz stieg vom Schimmel und sagte: «Du bist mein Sonnenschein!»
«Und du hast mein Herz im Sturm erobert», antwortete sie.Ja, eindeutig, der Funke war übergesprungen. Es war Liebe auf den ersten Blick.
Komische Vergleiche für lustige Texte
In literarischen Texten geht es häufig um besonders treffende Vergleiche. Diese sollen nicht nur möglichst einzigartig sein, sondern beim Lesen ein lebendiges Bild erzeugen.
Doch was tun, wenn die Situation auch noch lustig sein soll?
Durch Vergleiche den Pathos rauben
Ein Prinz, der auf seinem weißen Schimmel angeritten kommt – eigentlich eine ziemlich romantische Vorstellung voller Pathos.
Nicht jedoch, wenn man durch einen treffenden Vergleich klar macht, wie es sich eigentlich verhält. So entsteht Komik...
Er saß auf seinem Pferd wie ein Huhn auf der Stange. Seine Frisur sah aus wie ein Vogelnest. Als er sich von seinem Schimmel herab schwang, dachte die Frau an den Sportunterricht in der Schule zurück und an ihre ungelenken Mitschüler, die vom Bock abprallten wie Flummis von einer Betonwand.
Lustig schreiben durch schiefe Vergleiche
Vergleiche können auch lustig sein, ohne mit ihnen einen Bruch in der Stimmung zu erzeugen. Gestalte sie dafür möglichst schief.
Was heißt schief in diesem Fall?
- Du kombinierst im Vergleich zwei Bereiche miteinander, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben.
- Du übertreibst in deinem Vergleich grandios.
- Du widersprichst in deinem Vergleich den Gesetzen der Logik.
Lass uns zu unserem Prinzen zurückkehren und konkret werden:
- Kombinieren von Absurditäten:Kurze Zeit später klebten die beiden Wange an Wange wie ein altes Buch und eine neue Schallplatte, die gemeinsam eine Geschichte erzählen wollen.
- Übertreiben: Der Prinz blickte die Frau an und begann, ein Gedicht aufzusagen. Es war so lang, dass sie eine Million Jahre später immer noch dastanden. Seine Kehle war mittlerweile so trocken wie die Atacama-Wüste.
- Gegen die Logik:Er gestand ihr seine Liebe. Doch sie schwieg.Die Stille war so ohrenbetäubend, dass sein Trommelfell platzte.
Mit Untertreibungen lustig schreiben
Untertreibungen können lustig wirken, indem wir es als Leser besser wissen. Eine Untertreibung allein hat also noch nichts mit Humor zu tun. Wir müssen auch verstehen, inwiefern sie hanebüchen ist.
Wie kann man das Untertreiben konkret nutzen, um lustig zu schreiben?
Handeln und Figurenrede im Kontrast zueinander
Wie lassen sich in einem fiktionalen Text mehrere Wahrheiten nebeneinander stellen? Der Stichpunkt lautet Unzuverlässiges Erzählen!
Erschaffe also erst die richtigen Voraussetzungen, um spätere Untertreibungen wirkungsvoll zu machen.
Zurück zu unserem Prinzen:
Der Prinz tat alles für sie, er trug sie auf Händen, kochte, putzte und arbeitete 365 Tage im Jahr. In der Nacht schlief er nur drei Stunden, um der jungen Frau in der restlichen Zeit die Wünsche vom Gesicht abzulesen. Wenn sie vor Durst aufwachte, stand er bereits mit einem Glas Wasser vor ihrem Bett. Musste sie auf Toilette, hielt er ihr bereits den Schlafrock hin. Und immer wenn sie morgens die Augen aufschlug, strömte der Geruch von Kafffee und frisch gebackenen Brötchen durchs Haus.
«Immerhin ist mein Mann kein kompletter Eogist», erzählte die Frau ihrer Freundin. «Ich will ehrlich sein: Ab und an denkt er sogar mal an mich.»
Doch wieso genau wirken starke Untertreibungen lustig?
Die Wirkung von Ironie beim Untertreiben
Behalte im Hinterkopf, weshalb Untertreibungen lustig wirken können, um sie erfolgreich zu nutzen:
- Die bewusste Untertreibung aus dem Mund deiner Figur oder des Erzählers lässt einen schelmischen Eindruck entstehen.
- Je stärker der Kontrast zwischen dem Behaupteten und dem Gesagten, umso besser.
- Auch hier besteht eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Leser und dem was geschieht.
Lustig schreiben durch Fußball und Popkultur
Auch rote Karten und Lichtschwerter können dir dabei helfen, lustig zu schreiben.
Wie das?
Popkultur und Sport sind zwei Bereiche, die viele Menschen miteinander verbindet. Binde sie in deine Texte ein und erzeuge so Komik!
Welche Vorteile bringt dies mit sich?
- Du wirst in deinen Texten als Mensch erlebbar, der auch außerhalb seiner Blogartikel ein Leben hat.
- Als Romanautor erfreust du deine Leser dadurch, dass sie deine Anspielungen verstehen und im besten Fall teilen. Des Weiteren ist dies eine wundervolle Möglichkeit, deine Erzählstimme und deine Figuren einzigartig zu gestalten.
- Du findest Allegorien, Vergleiche und Metaphern, mit denen deine Leser etwas anfangen können und die sie zum Schmunzeln bringen.
Wie sieht das konkret bei unserem Prinzen aus?
Der Erzähler als Fußballfan
In der Ich-Perspektive, beim auktorialen Erzählen sowie bei einer personalen Erzählstimme ist es möglich: eine Vorliebe für bestimmte Bereiche zum Ausdruck bringen, durch welche die Ereignisse veranschaulicht werden. Stellen wir uns einmal vor, der Erzähler unseres kleinen Cliché-Märchens ist unverbesserlicher Fußball-Fan. Nun lässt er seine Leidenschaft einfließen...
Die Spannung stieg wie in der Nachspielzeit des WM-Finales beim Stand von 2:2. Der Prinz setzte zum Sprechen an. Er hatte nur ein Chance. Würde er diese Elfmeter verwandeln?
Der Prinz als Star-Wars-Fan
Doch nicht nur durch den Erzähler kannst du Elemente aus Sport und Popkultur einfließen lassen. Du kannst auch deine Figuren darauf zurückgreifen lassen. Dies kann ein wichtiges Element sein, um lustige Figuren zu gestalten.
Stellen wir uns vor, unser Prinz ist Star-Wars-Fan. Als solcher kann er es einfach nicht lassen, hier und da einen Vergleich mit seinem geliebten Epos einfließen zu lassen.
Der Prinz fiel auf die Knie und senkte sein braun gelocktes Haupt, um ihre Hand zu küssen. Dann erhob er sich und blickte ihr in die Augen. Die Luft um sie herum knisterte und er sprach seine magischen Worte:«Lass mich dein Lichtschwert sein und uns zusammen ein Imperium gründen!»
Lustig schreiben ist (k)ein Kinderspiel
Lustig schreiben will geübt sein.
Einerseits.
Andererseits macht gerade das Spielerische, Ungeplante häufig den Kern von Humor aus.
Doch selbst wenn einige deine Texte zum Schreien komisch finden. Es wird immer Menschen geben, die sich gähnend abwenden. Humor ist und bleibt eben Ansichtssache.
Und doch: Du kannst etwas tun, um besser darin zu werden, lustige Texte zu schreiben!
Nimm dir nach und nach eine der 10 Methoden vor. Übe dich in jeder einzelnen Methode und erlange so nach und nach die Kompetenz lustig zu schreiben.Von nun an kannst du deine Komik intuitiv in deine Geschichten einfließen lassen und so deine ganz eigene Art von Humor entwickeln.
Lustig schreiben – teile deine Versuche in den Kommentaren!
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Schriftsteller sein + Brotberuf haben – mit J.C. Borkenstein (Podcast Episode 137)
Du möchtest gerne ein Buch schreiben? Doch du musst auch von irgendwas leben?
Lässt sich das Kreative Schreiben mit dem Job vereinbaren? Und falls ja, wie?
Darum geht es in diesem Gespräch mit J.C. Borkenstein...
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Shownotes
J.C. Borkenstein...
schreibt Bücher über Persönlichkeitsentwicklung. Über die größten Kämpfe, die Menschen austragen können: nämlich die in uns selbst. Auf jcborkenstein.com erscheinen kurze Storys über Zweifel, Mut und Ehrlichkeit. In seinem Newsletter verrät er seine wichtigsten Erkenntnisse aus über 10 Jahren Persönlichkeitsentwicklung.
Im Gespräch geht es u.a. um...
- den Wunsch zu schreiben und dessen Kraft.
- die Entscheidung ein Buch zu veröffentlichen und nicht nur für sich selbst zu schreiben.
- J.C. Borkensteins Schreibweg.
- ein starkes Anliegen, das du mit dem Bücherschreiben verbindest.
- die Herausforderung, Familie und Schreiben harmonisch auf die Reihe zu bekommen.
- die Schwierigkeiten, Brotberuf und Schreiben miteinander zu vereinen.
- Tipps für dich, wenn auch du Schriftsteller werden möchtest.
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Einen Roadmovie-Roman schreiben – mit Anja Pitzke (Podcast Episode 136)
Was macht Roadmovie-Romane so fesselt?
Und wie gelingt es, einen zu schreiben?
Wie kann das Schreibcoaching bzw. Autorencoachingdabei helfen?
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Shownotes
Anja Pitzke ist Autorin psychologischer Romane. In ihrem bürgerlichen Leben arbeitet sie als Psychotherapeutin. Einfach nur schön ist nach Morgen fangen wir an ihr zweiter Roman. Alle Infos zur Autorin und zu ihren Büchern findest du hier: https://www.anja-pitzke.de/
Themen des Gesprächs
- Einen Roadmovie als Roman schreiben
- Was den Roman Einfach nur schön so fesselnd macht
- Äußere und innere Ziele der Figuren
- Rückblenden beim Romanschreiben
- Italien als Handlungsort
- Figurenentwicklung
- Für wen ist das Buch was?
- Tipps für Autoren
Der Beitrag Einen Roadmovie-Roman schreiben – mit Anja Pitzke (Podcast Episode 136) erschien zuerst auf Schreiben und Leben.